Loki´d !

Wenn man Marvel liebt, kommt man nicht umhin, sich einen Lieblingscharakter zu suchen. Nein, ich liebe Marvel nicht, weil ich gern nerdig bin, sondern weil mich die Comics und Filme einfach fesseln. Ob X-Men, Sam Raimis Spiderman oder Disney…
Ich mag alle, nur nicht gleich viel. Jeder hat seine Helden und jeder seine Vorlieben. Früher mochte ich Wolverine sehr… Doch seit 2011 hat sich da etwas verändert. Ich sah mir „Thor“ ganz unvoreingenommen an und fand diesen Film herrlich. Es war lustig, Thor zu sehen, wie er auf der Erde, von den nordischen Göttern Midgard genannt, klarkommt. Doch dann war da sein Bruder Loki, der vielschichtig und interessant war. In The Avengers und Thor 2 hat sich da in meiner Meinung über ihn nicht viel geändert. Er ist kein stumpfsinniges Arschloch. Ich mag schon immer die Antagonisten mehr, sie haben meist eine spannendere Geschichte aufzuweisen und faszinieren mich. Ich fühle mich in sie hinein und versuche Handlungsweisen zu verstehen. Das passiert mir oft auch unbewusst.
Kommen wir zu Lokis Geschichte. Diese beruht natürlich mehr auf Marvel, auch wenn ich mich über die germanische Mythologie etwas belesen habe. Ich möchte hier nicht die Filme „Thor“, „The Avengers“ und „Thor 2“ nacherzählen. Ich möchte lediglich an der Handlung der Filme Lokis Gefühlswelt aufzeigen und am Ende meine Begeisterung für seinen Charakter erklären. Dies liegt nicht alles an der schauspielerischen Leistung von Tom Hiddleston. Bei Weitem nicht. Denn ich will ehrlich sein: Ich mochte Loki schon vorher. Ich wusste nicht einmal, dass er von einem Mr. Hiddleston gespielt wird. Das kam alles später. So, nun erst einmal zum eigentlichen Thema:
Loki Laufeyson ist im Glauben aufgewachsen, Odins Sohn zu sein, demnach also Thors Bruder. Odin hatte Loki in Jotunheim gefunden und mit nach Asgard genommen, dort wuchs Loki auf. Odin hatte dabei im Hinterkopf, Loki zu benutzen, um die Konflikte zwischen Asgard und Jotunheim beizulegen. Frigga, Odins Frau, behandelte ihn aber wie einen Sohn und brachte ihm Magie bei. Thor und Loki ähnelten sich weder äußerlich, noch charakterlich. Dennoch wachsen sie mit genug brüderlicher Liebe zueinander auf. Loki steht schon immer im Schatten von Thor, welcher sehr charismatisch und offen ist. Loki ist belesen, still und bedacht. Er kann jede Gestalt annehmen und die Leute um sich herum manipulieren. Diese Eigenschaften machen es ihm nicht einfach, sich neben dem starken Kämpfer Thor zu behaupten.
Während eines Kampfes gegen einen Frostriesen bemerkt Loki dann eine merkwürdige Reaktion seines Körpers und stellt daraufhin Odin zur Rede. Odin klärt ihn nun über seine Herkunft auf. Loki ist verletzt und traurig. Seine Welt bricht zusammen und seine erste Reaktion ist nachvollziehbar: Wut. Er weiß nicht mehr weiter und konzentriert sich nun ganz auf Thor (der eben seine nächste Bezugsperson neben Frigga ist). Thor soll verbannt bleiben, damit Loki seine Macht als Odins Nachfolger behalten kann, dieser war durch den Streit mit Loki in den Odinschlaf gesunken. Wie wir wissen, kommt es am Bifröst zu einem Streit zwischen Thor und Loki. Der Bifröst wird zerstört und mit seiner Zerstörung lässt sich Loki von selbigem fallen. Er kann Odins Zweifel nicht mehr ertragen.
Im Film „The Avengers“ geht es munter weiter. Loki, der immer noch einen Thron haben möchte, der ihm ja eigentlich zustünde, möchte nun Midgard.. Warum ich auch der Meinung bin, dass ihm ein Thron zusteht? Nunja, weil er weder von Odin seinen Thron bekommt, noch von Farbauti und Laufey (die ja seine Eisriesen-Eltern sind). Außerdem ist er ein Gott, da wäre ich an seiner Stelle, wäre ich auch etwas sauer. Mit seiner Hilfe kommen die Chitauri, die das Universum beherrschen wollen, auf die Erde. Sie versprechen ihm die uneingeschränkte Macht über die Erde. Loki verliert und kommt mit seinem Bruder nach Asgard, um seine Strafe von Odin zu empfangen.
In „Thor: The Dark Kingdom“ wird alles etwas komplizierter. Loki zeigt keinerlei Verständnis für Odin und landet im Gefängnis. Frigga, die ihm vor dem Tod bewahrt hat, kümmert sich weiterhin gut um ihn. Er behandelt Frigga sehr schlecht und zeigt ihr seine Liebe nicht. Als ihm vom Tod seiner Adoptivmutter berichtet wird, verwüstet er seine Zelle und lässt sich gehen. Er erschafft eine optische Version von sich selbst, die für ihn Thor anschnauzt. Er selbst hat aber keine Kraft mehr. Er willigt ein, seinem Bruder zu helfen und flieht mit ihm nach Svartalfheim, um gegen Malekith zu kämpfen. Er heckt einen Trick gegen Malekith aus und schützt Jane Foster. Als Loki einen Gegner töten will, wird er selbst in seine eigene Klinge gezogen und wird verletzt, stirbt vor Ort in Thors Beisein. Wie wir alle wissen, ist dies nur ein weiterer Trick. Als Thor später nach Asgard zurück kommt, trifft er Loki in Odins Gestalt an. Nichtsahnend entsagt Thor dem Thron, er möchte mit Jane zusammen sein. Thor geht zurück zur Erde und lässt Loki allein. Was mit dem richtigen Odin passiert ist, weiß man noch nicht…

Warum also gerade dieser Loki? Warum mag ich ihn dennoch, auch wenn er nun einmal ein fieser Arsch ist? Ich glaube, ich hebe mich da auch etwas von den Hiddleston- Fans ab, die ihn immer mögen, egal wie er spielt. Nun will ich natürlich auch zugeben, dass er durch sein Talent und seine elitäre Ausbildung ein sehr guter Schauspieler ist. Nun, ich kannte ihn ja vor Thor 1 gar nicht. Klar bin ich durch Marvel ein Fan von ihm geworden, aber ein „fangirlen“ ist das ja schließlich nicht. Nun wieder zu Loki, und weg von Tom. Ich fühle mich einfach in Loki ein, manche Probleme kenne ich einfach. Natürlich nicht in so einem Fall, wie Lokis, aber dennoch kann ich seine Entscheidungen schon auch nachvollziehen. Zumindest am Anfang, wobei ich am Ende auch noch Gutes an ihm sehe. Er hat Herz und genau das, macht ihn zu einem Menschen (oder Asen, wie auch immer). Er ist kein gefühlloser Klotz, wie seine Vorfahren, die Jotunen. Dass er ausrastet, als er herausfindet, dass er nur benutzt wurde von Odin, ist verständlich. Dass durch Friggas Tod in ihm auch etwas stirbt, ist verständlich. Klar, dass Thor nun alles abkriegt ist natürlich nicht fair. Aber anders gibt es eben keine Aufmerksamkeit. Ich finde allerdings auch, dass Loki mit der Unterdrückung Midgards und der Zerstörung des S.H.I.E.L.D.-Stützpunkts etwas übertreibt. Jaja, ist ja schon gut, natürlich übertreibt er. Ich will ihn ja auch nicht immer in Schutz nehmen, aber doch manchmal. Er fühlt sich eben schlecht und er hat niemanden. Hätte ich einen Bruder wie Thor, der immer in den Himmel gelobt wird, dann würde ich auch nicht mit meinen Problemen zu ihm kommen. Allein schon, weil Thor im Vergleich zu Loki eher weniger intelligent ist. Dann gibt es da noch Sif,Hogun, Fendral und Volstagg . Klar, sie sind mit Loki aufgewachsen, aber lieben Thor, sind ihm immer treu. Dass Loki als Kind auch schon neidisch war, haben sie natürlich nicht vergessen und sehen in ihm nur den „schlechten“ Bruder. Das macht es doch alles noch viel schlimmer. Mehr Leute kennt Loki eben nicht. Ich bezweifle, dass einer von ihnen je nach Loki gefragt hat, mit ihm von sich aus gern redete oder ähnliches. Kinder können grausam sein, aber behält man Fehlverhalten bei und sieht keine Fehler durch Selbstreflexion, wird man sich nicht zum Positiven ändern. Klar, Loki täte eine gute Selbstreflexion auch gut… Aber okay, moderne Pädagogik wird in Asgard sicher kein Thema sein. Schade…
Nun noch mal zu Odin, der ja wirklich an allem Schuld trägt. Wie kann man denn seine Söhne unterschiedlich behandeln? Und wie kann ich den großen Krieger, der ständig mit Freunden feiert viel mehr loben, als den intelligenten, belesenen Magier? Bitter. Klar, Frigga hatte sicher nicht viel gegenüber Odin zu sagen, wer weiß. Ist ein belesener, ruhiger König nicht viel besser? Als Thor dann noch den Thron versprochen bekommt, ist das für Loki natürlich ein Grund, sauer zu sein. Dass er die Eisriesen nach Asgard geschmuggelt hat, war, denke ich, eine Rache an Odin. Dem eigenen Kind die Adoption zu verschweigen, halte ich für nicht so gut. Irgendwann kommt so etwas eben raus.
Dass Loki auch in Köpfe gucken kann und aus der Mimik und Gestik der Leute um ihn alles lesen kann, ist ja an sich ganz schön, aber wie er es einsetzt eben nicht.
Er will ein Königreich, ist ja ganz schön und ganz gut. Aber in Frage kämen ja nur Jotunheim (er wäre der rechtmäßige Erbe des Throns dort) und Asgard als, ähm, Adoptiv-König. Eins muss ich allerdings sagen: In der Zeit von Thors Verbannung hat er sehr gut geherrscht. Vielleicht hätte man Thor auch mal zur Probe herrschen lassen, wer weiß, was der Großkotz so angestellt hätte.
Nun gut, durch Jane hat sich ja alles relativiert. Thor will, wie wir in „Thor 2“ erfahren, gar keinen Thron mehr, er möchte auf Midgard mit ihr leben. Im kleinen Kurzfilm nach dem langen Abspann („Thor 2“) sieht man ihn noch mit Jane, sie umarmen sich glücklich. Derweil hat sich ja der totgeglaubte Loki in Odins Gestalt den Thron Asgards gekrallt. Wo Odin abgeblieben ist, weiß man noch nicht. Zuerst einmal möchte ich Loki hoch anrechnen, dass er Jane mit seinem Leben vor Malekith beschützt hat. Das fand ich wirklich gut… Auch den abgesprochenen Trick mit Thor hat er super ausgeführt und auf ihn war Verlass. Die Vortäuschung seines Todes war natürlich nicht lobenswert, aber absehbar. (Ich saß verzweifelt im Kino, als er vor meinen Augen „starb“. Bis zum Ende habe ich tapfer ausgehalten und mich gefreut, als ich ihn auf dem Thron sitzen sah.)
Er hätte natürlich den ganzen Trick sein lassen können, hätte er von Thors Plänen gewusst. Damit wäre er dann in der Thronfolge nach oben gerutscht. Und niemand hätte Odin etwas angetan. Wer weiß in welchem Knast Odin nun schmort? Jedenfalls wird er sehr böse sein…
Wie ihr seht, habe ich Loki in mein Herz geschlossen.

Bis Bald,

Jule

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