König Monkey

„Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Von zwei Menschen, so unterschiedlich und doch so ähnlich. Von Trip, dem jungen Mädchen auf der Suche nach einem Weg nach Hause. Vom Abenteurer Monkey, der bisher allein durchs Leben ging. Vereint durch ihr größtes Abenteuer. Beide entführt von den Mechs des Pyramids,nicht wissend wohin all die Menschen geschafft werden.

150 Jahre nach dem großen Krieg ist nichts mehr davon übrig, was wir einmal kannten. Die Natur hat sich die Städte zurück geholt. Mechs kontrollieren die Gebiete und die letzten Menschen werden von Sklavenschiffe an einen Ort gebracht, aus dem keiner lebend entkommen konnte. Aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten kann Trip eines der Schiffe im alten New York zum Absturz bringen. Dabei trifft sie auf den kräftigen Monkey und bindet ihn mithilfe eines Sklavenstirnbands an sich. Stirbt sie, stirbt er. Ihre einzige Bedingung: Bring mich nach Hause!

Ohne eine Alternative begleitet sie Monkey und beschützt sie. Sein einziges Ziel ist die Freiheit wiederzuerlangen die er vorher hatte. Auf dem Weg zu ihrem Heimatdorf stellen sich die Mechs ihnen in den Weg, nicht wissend warum der Feind so handelt. Das Abenteuer vereint beide von Tag zu Tag mehr und es entsteht ein Band aus Freundschaft und Zusammenhalt.

Begleitet die Beiden auf ihrer Odyssee gen Westen, auf der Suche nach Heimat und Freundschaft. Begeben Sie sich tiefer in diese Welt von Enslaved-Odyssey to the West!“

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Wie viele Spiele basieren lose oder eng angelehnt an Büchern. Vermutlich mehr als einem selbst bewusst ist. Die STALKER-Reihe hat sich von „Picknick am Wegesrand“ (1971,Arkadi und Boris Strugazki) ,Metro 2033 ist eine Versoftung des gleichnamigen Romans von Dmitri Glukhovski aus dem Jahre 2007, Spec Ops-The Line hat die gleiche literarische Inspiration wie Apokalypse now, Herz der Finsternis, eine Erzählung von Joseph Conrad aus dem Jahre 1899. Die Inspiration für das vorliegende Spiel stammt von Wu Cheng’en und heißt „Die Reise nach Westen“. Sie zählt zu eine der bekanntesten Geschichten Chinas. Natürlich ist das Setting abgewandelt aber die Gemeinsamkeit ist der Rahmen und Trip und Monkey, ein Krieger wird durch eine Person gezwungen, ihm zu helfen und ihn zu beschützen. Der Name des Protagonisten Monkey ist dabei von der deutschen Übersetzung des Romans abgeschaut, diese heißt „Monkeys Pilgerfahrt-die phantastische Reise des Affen Monkeys“.

Aber genug zur Vorlage,nun möchte ich zum Spiel kommen. Der Titel ist auf den Konsolen bereits 2010 erschien aber wurde letztes Jahr von Ninja Theory auf den PC portiert. Technisch ist die Umsetzung eher fragwürdig. Klar sieht es weiterhin schön aus und die Grafik muss sich nicht zwingend verstecken. Aber Ruckler,asynchrone Sprecher zur Lippenbewegung und eine fragwürdige Steuerung per Maus und Tastatur können das Spielerlebnis schon sehr trüben. Ein Controller ist daher wärmstens empfohlen. So ist wenigstens ein Problem gelöst. Zu den fehlenden Einstellungsmöglichkeiten wurde schon in verschiedenen Presseartikeln genug gesagt.

Kommen wir zu den Vorzügen. Erstmal die Interaktion der Charaktere,lange hatte ich nicht mehr so eine Freude Cutscenes zu sehen, zuletzt bei BioShock Infinite und Spec Ops-The Line, und in diese Richtung würde ich das Spiel auch einordnen. Die Synchronsprecher machen einen tollen Job und auch Andy Serkis und Lindsey Shaw verpassen dank Motion Capturing den beiden Helden eine wunderbare Tiefe. Die Dialoge sind schön geschrieben und stimmig umgesetzt, mal abgesehen von technischen Patzern bei einigen Stellen. Darf man einen Controller sein Eigen nennen, so wird man auch mit der Steuerung keine Probleme kriegen und spätestens bei der zweiten oder dritten Klettereinlage von Vorsprung zu Vorsprung gleiten wie ein Affe auf Klettertour. Dabei kommt man sich zwar manchmal etwas dämlich vor, weil das Spiel einem immer zeigt wo man hinspringen kann. Sorry liebe Entwickler aber das kann man auch alleine raus kriegen.

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Emotional hat mich dieses Spiel wirklich mitgenommen. Man lachte,weinte und bangte mit den Charakteren. Die Endsequenz konfrontiert einem mit philosophischen Fragen und lässt den Spieler ohne Antwort zurück. Dies bleibt ihm selbst überlassen.

Warum sich so ein Titel nicht gut verkauft hat, weder auf den Konsolen noch auf dem PC, bleibt für mich nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht gehöre ich mit meiner Vorliebe für emotionale Spiele mit Tiefgang eher zu einer Minderheit oder das Risiko ist den Entwicklern zu hoch. BioShock Infinite und besonders Spec Ops-The Line haderten auch mit ihren Verkaufszahlen aber dies gehört nicht hier her.

Wenn ihr also auf der Suche nach 8-10 Stunden gefüllt mit Emotionen,Action und zwei wunderbaren Protagonisten seid, dann kann ich euch „Enslaved-Odyssey to the West“ nur wärmstens empfehlen.

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Ein Gedanke zu “König Monkey

  1. Enslaved – eines der meist unterschätzten Spiele der letzten Konsolengeneration. Vergammelt zu Unrecht in der Grabbelkiste!

    Übrigens ist die Dragonball-Reihe auch an ,,Die Reise nach Westen“ angelehnt. Von daher: Daumen hoch für Affenschwanz!

    Schöne Einleitung btw.

    Gruß, Lin.

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