Spiele sind Kunst und dieses Spiel beweist es

Eine gewagte These als Überschrift, aber ich wusste nicht, wie ich sonst meine Rezension zu Bastion nennen soll, einem Indie-Titel aus dem Jahr 2011 für die Xbox 360, den PC und als Browserspiel für Google Chrome.

Bastion ist anders, Bastion ist eine Art Hörbuch zum selber spielen. Mit einem Ende, was einem mehr mit nimmt, als man selber zugeben mag, aber dazu später mehr.

2014-09-22_00001Die Handlung ist relativ schnell zusammen gefasst. Ihr spielt einen Charakter namens the Kid und eure Welt namens Calamity wurde durch eine Katastrophe zerstört. Nun liegt es euch die Bastion, den letzten Zufluchtspunkt, wieder aufzubauen und die Bevölkerung zu retten. Man bereist dabei verschiedene Gegenden, um bestimmte Kristalle zu finden, welche die Bastion mit Energie versorgen und wichtige Gebäude wieder erbaut werden können. Dort trefft ihr auch auf Rucks, dieser fungiert auch als Erzähler.

Und damit kommen wir zum ersten Alleinstellungsmerkmal von Bastion. Ja es gibt einen Erzähler, dieser wird die Geschichte erzählen und eure Reise kommentieren. Permanent. Ungewohnt? Zu Beginn, ja. Nervig? Nie. Dies baut eine spezielle Bindung zum Spiel auf, man hat das Gefühl, dass Spiel erzählt die Handlung, aber trotzdem ist man mittendrin statt nur dabei. Spielerisch ist Bastion ein klassisches Diablo, Hack’n’Slay aus einer zweidimensionalen, isometrischen Perspektive.

Rollenspielelemente enthält es auch. In der Bastion könnt Ihr eure Waffen und Ausrüstung aufleveln, aber auch die Gebäude wollen erweitert werden, damit Ihr neue Erweiterungen für Eure Ausrüstung freischalten könnt. Selber levelt Ihr auf, indem ihr XP für die besiegten Gegner kriegt.

Kommen wir zur Optik des Spiels. Sie ist malerisch und erinnert doch an die guten alten Tage vom ersten „The Legend of Zelda“ oder „Illusion of Time“. Doch was meine ich mit malerisch? Die Farben sind kräftig, man könnte meinen, es ist ist kleines Gemälde. Die Welt baut sich immer vor einem auf, wie kleine Bausteine fallen die Wege vom Himmel, man sollte jedoch nicht vom Rand fallen.

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Die Kämpfe sind in soweit fordernd, dass man immer die richtige Taktik parat haben sollte zwischen Defensive und Offensive. Unfair wird es jedoch nie, man sollte nur lernwillig sein und aus seinen Fehlern lernen. Ein Try & Error-Prinzip liegt jedoch nicht vor.

Die Geschichte wird von Rucks wunderschön erzählt, der englische Erzähler leistet fast schon perfekte Arbeit, einem die Geschichte gefühlvoll zu vermitteln. Teil der Geschichte werden, aber auch Verrat und Rassismus sein, an einigen Stellen wird es auch traurig.

Und genau hier liegt die Stärke des Spiels: die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. Dazu kommt ein passender Soundtrack, komponiert von Darren Korb. Er kombiniert Gitarre und Streicher mit elektronischen Momenten und weiß scheinbar immer, wie er die Gefühle im Spiel musikalisch rüber bringen kann.

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Gegen Ende müsst Ihr sogar zwei Entscheidungen treffen. Und diese machen es euch nicht leicht, jedenfalls mir fiel es nicht leicht. Gerade die finale Entscheidung sorgte für einen Klos in meinem Hals und hat sich für immer in meine Erinnerung gebrannt. Bastion ist ein Titel, den man meiner Meinung nach gespielt haben muss. Die sechs Spielstunden sind ein Erlebnis, die man nicht verpassen sollte.

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2 Gedanken zu “Spiele sind Kunst und dieses Spiel beweist es

  1. Ich liebe dieses Spiel und dein Titel trifft es. Hast du dir schon Transistor angeschaut? Ist von dem gleichen Studio und auch sehr gut gemacht (:
    Hab in der Uni auch eine Spieleanalyse für Bastion verfasst ^-^

    Gefällt mir

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