Filmkritik zu „Avengers-Age of Ultron“

Lange war es schon geplant, eine Filmkritik zu verfassen. Jetzt ist endlich soweit, nachdem wir am Wochenende den lang ersehnten zweiten Teil der Avengers sehen konnten, den Höhepunkt der sogenannten Phase 2 des Marvel Cinematic Universe. Vorweg kann ich schon mal sagen, der Film spaltet die Fans. Aufgrund einer gestern geführten Diskussion hab ich ihn nochmal durch den Kopf gehen lassen und doch einige Kritikpunkte gefunden. Aber eins nach dem Anderen. Wer den Film noch nicht gesehen hat, ich mache keinen Halt vor Spoilern. Also Obacht beim Lesen 😉

Handlung:

Der Film fängt schnörkellos an. Die Avengers greifen die Basis von Strukker, gespielt von Thomas Kretschmann, an. Ihr Ziel ist der Stab von Loki, bereits aus dem ersten Avengers bekannt. Parallel werden Quicksilver (Pietro Maximoff) und Scarlett Witch (Wanda Maximoff) als neue Antagonisten eingeführt. Beide haben ihre Fähigkeiten durch Strukkers Experimente erhalten. Er kann sehr schnell rennen und sie hat telekinetische Fähigkeiten. Mithilfe ihrer Fähigkeiten hat Tony Stark eine Vision vom Ende der Avengers und dem finalen Angriff der Chitauri auf die Erde. Aufgrund dieser Vision und den gefundenen Daten im Stützpunkt können Stark und Banner das Ultron-Projekt durchführen, eine Art Armee aus Iron Soldiers, Robotern welche Iron Mans Anzug ähneln. Jedoch geht natürlich was schief und Ultron missversteht seine Mission die Menschheit zu schützen, denn aufgrund der Kriege untereinander sieht er die Menschen als größte Bedrohung an und möchte sie auslöschen. Im Laufe der 150 Minuten kommt es zu mehreren Kämpfen, auch untereinander da Wanda es schafft, den Hulk zu manipulieren und auch die Avengers von Stark verraten fühlen. Ultron schafft es, in Wakanda Vibranium zu stehlen, das Metall aus dem das Schild vom Captain besteht. Nach der erneuten Niederlage flüchten die Avengers in das Haus von Clint „Hawkeye“ Barton und lecken ihre Wunden. Dort sucht sie auch Nick Fury auf und gemeinsam planen sie den finalen Schlag gegen Ultron. Dieser baut in der Zwischenzeit den finalen Körper für sich und fügt den gelben Infinity-Stein ein. Jedoch schafft es J.A.R.V.I.S. sich statt Ultron in den Körper zu installieren und somit ist Vision geboren. Am Ende kommt es zum finalen Kampf, den die Avengers gewinnen werden. Jedoch wird Hulk danach untertauchen und auch die Avengers gehen in eine Art Ruhestand und man trainiert die New Avengers, bestehend aus Falcon, War Machine,Vision und Scarlett Witch. Dies ist wohl genau das, was Marvel brauch um das Registrierungsgesetz und damit den Civil War ins Rollen zu bringen. In der Midcredit-Scene sieht man wie sich Thanos den Infinity-Gauntlet überstreift und damit ist der Stein für Infinity War endgültig ins Rollen gekommen.

Positiv:

Im großen und ganzen gefiel mir viel an dem Film. Allein das Tempo ist genau nach meinem Geschmack. Fast wie ein Comic kracht es an allen Ecken und Kanten und es gibt wenig Zeit zum Verschnaufen. Da die Charaktereinführung bereits abgeschlossen ist, wird darauf in Teil 2 fast vollständig verzichtet. Dafür bekommt Hawkeye endlich mal Background. Das war auch bitternötig da er bisher der einzige Charakter ist, über den wir nicht viel wissen, außer das er Romanov damals gerettet hat. Ebenso positiv zu erwähnen, ist die Geschichte zwischen Romanov und Hulk/Banner. Hier bahnt sich fast schon eine Liebesgeschichte zwischen der eiskalten Spionin und dem grünen Monster an. Dies zeigt die menschliche Seite von Romanov aber auch den inneren Konflikt von Banner in Bezug auf den Hulk. Der Kampf des Hulkbusters gegen Hulk war eindeutig das Highlight in der Mitte des Films. Mit der richtigen Prise Humor und einer flotten Kameraführung hat man hier einen sehr guten Fight präsentiert gekriegt. Mir gefiel auch sehr gut, wie es der Film geschafft hat, neben der Haupthandlung, alle wichtigen Elemente der Phase 3 einzuführen. Angefangen von Thors Vision, die wohl auf Thor 3-Ragnarök hindeutet, gefolgt vom kurzen Ausflug nach Wakanda, hier wird auf Black Panther angespielt und natürlich auf das Finale der aktuellen Avengers-Generation: Infinity War. Der Fanservice ist demzufolge gegeben. Scarlett Witch/Wanda hat mich auch sehr überzeugt und ich hoffe, sie kriegt in Zukunft mehr Screentime, da sie auch seine sehr wichtige Figur im Comicuniversum ist.

Ebenso fand ich die Dialoge gut und die Handlung war an sich schlüssig auch wenn es teilweise sehr schnell ging. Aber dazu später mehr. Ich hatte zwei Stunden super Unterhaltung und hab genau das gekriegt, was ich wollte.Aber perfekt war er nicht, denn jetzt kommt die Kritik.

Negatives:

Ehrlicherweise sind mir folgende Punkte erst heute so richtig bewusst geworden, als ich über den Film nochmal nachgedacht habe.

Natürlich fängt die Kritik bei der Geschwindigkeit des Storytellings an. Nicht jedem wird es gefallen, dass man ohne Atempause von Punkt zu Punkt springt. Dabei gehen manche Sachen unter beziehungsweise wirken unlogisch. Man sollte hier fairerweise erwähnen, dass die Rohfassung des Films drei Stunden ging und man mit der zusätzlichen halben Stunde Spielzeit die Handlung etwas mehr strecken könnte. Diese Schnitte und die Kürzung um 30 Minuten merkt man dem Film leider an.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Trailer…Hier wurde einfach zu viel gezeigt. Sorry Marvel aber als Hardcore-Fan kann ich den Trailer nicht ignorieren aber ihr könnt mir doch nicht den Hulkbuster vs Hulk-Fight schon im Trailer spoilern…Und wenn ihr das schon zeigt, dann lasst uns Fans doch den Markout-Moment in Bezug auf Vision. Aber gut, dass Trailer heutzutage alles erzählen, ist kein Marvel-Problem. Das hat man in fast jedem Trailer.

Zurück zum Film und der Kritik. Mir fehlte, neben den ganzen tollen Andeutungen, einfach der Hinweis auf den kommenden Konflikt zwischen Stark und Rogers aber das hebt man sich wohl auf für den Civil War. Dafür war Thor ziemlich sauer auf Stark, aufgrund des Ultron-Programms.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Tod von Quicksilver. Warum stirbt er? Wäre es nicht interessanter gewesen, da die Möglichkeit eines Geschwisterkonflikts offen zu lassen? Ebenso frage ich mich, warum Wakanda so viel Vibranium hat. Scheinbar wusste Stark auch davon aber dann fragt man sich wieder, warum das Schild des Captains noch so besonders ist, wenn doch ein Land das ganze Material hat. Mir fehlte auch die Vernichtung von Shield. Verfolgt man die Serie Agents of SHIELD und schaut alle Filme, dann weiß man warum die Avengers gegen Hydra kämpfen aber ich bezweifle, dass jeder so verrückt wie ich ist und einfach alles um das MCU verschlingt.

Ich frage mich auch die ganze Zeit wie es Ultron geschafft hat, seine Mund bewegen zu können..wie einen Menschen…er ist doch eine Maschine. Gibt es eine Art flüssiges Metall? Warum nicht das Ultron-Design wie in den Comics? Woher hat Hydra den Kadaver des Chitauri-Leviathans und für was brauchen sie den? Mein größtes Problem ist aber folgendes: Thor erzählt am Ende des Films von vier Infinity-Steinen. Schaut man die Filme und googelt nicht noch extra, dann weiß man von zwei. Den roten Stein, der Orb aus Guardians of the Galaxy, und den gelben Stein, den man im Film „kennen lernt“. Logischerweise muss ein dritter Stein im Tesserrakt sein. Dank meiner Recherche weiß ich jetzt, dass es so ist und der vierte Stein tauchte auch schon auf, bei Thor 2. Hierbei handelt es sich wohl um den Äther, den Malekith, Anführer der Dunkelelfen, kontrollieren kann.

Ultron ist als Bösewicht blass aber immer noch besser als ein Malekith oder Ronan. An Loki als bester Marvel-Antagonist kommt er nicht vorbei, kann sich aber mit Platz 2 zufrieden geben.

Fazit:

Ihr seht, meine Kritik bezieht sich doch meist auf offene Fragen meinerseits. Selbstverständlich wird nicht jeder meiner Meinung sein und auch die Handlung als schlecht oder unkreativ bezeichnen. Aber sorry, eine kreative Handlung erwarte ich bei solchen Filmen einfach nicht. Ich fand die Geschichte gut und sie hat vernünftig von Schlacht zu Schlacht geführt. Im Gegensatz zu Avengers ist Age of Ultron weniger ein Finale sondern ein Höhepunkt, der den finalen Schritt zur Road to Infinty War macht, dort wird dann in zwei Filmen hoffentlich alles bisherige aus den Phasen 1 bis 3 in einem fünfstündigen Epos enden. Die höchsten Erwartungen habe ich derzeit eh an Civil War weil dann Marvel seine Stärke ausspielen kann: Konfrontation der Helden untereinander. Dies sah man schon in Avengers und wurde auch in Age of Ultron angedeutet. Marvel beherrscht es besser, die Helden untereinander streiten zu lassen als einen guten Antagonisten zu stellen. Dies ist aber weniger eine Schwäche der Filmmacher sondern auch ein Problem in den Comics.

Avengers Age of Ultron ist kein Meisterwerk, keine Frage, aber mir gefiel er besser als Avengers. Die besten Filme des MCUs sind, Stand heute, Guardians of the Galaxy und Captain America-the Wintersoldier (Serien mal ausgenommen) Ich freue mich die Zukunft mit Marvel und kann meine erste Filmkritik nur mit folgenden Worten abschliessen:

HAIL TO KEVIN FEIGE

PS: Wie bereits bekannt gegeben wurde, wird die DVD/Blu-Ray von Avengers Age of Ultron ein alternatives Ende haben, was die Möglichkeit eines Planet Hulk-Films offen lässt. Ebenso kann es sein, dass es ein Directors Cut geben könnte, welche dann vielleicht nicht mehr so eine hektische Erzählweise wie der Kinofilm hat.

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