The Dark Knight Rises

Nein, hier geht es nicht um den 3.Batmanfilm, sondern eher um Batman-Arkham Origins, den eigentlich 3.Teil der Arkham-Reihe, aber irgendwie auch nicht… Handlungstechnisch ist es ein Prequel zur Arkham-Reihe, aber selbst die Entwicker Rocksteady reden bei Arkham Knight (den kommenden Teil der Reihe) vom Abschluss der Trilogie und die ist ja Arkham Asylum-Arkham City und halt Arkham Knight. Irgendwie scheinen also selbst die Entwickler des 2013 erschienen Batman-Ablegers, es zu verdrängen oder vergessen zu haben. Vielleicht zurecht? Naja, an sich ist es kein schlechtes Spiel, aber, ja das berühmte aber, es ist schwierig… Dazu jetzt mehr.

2015-01-21_00007

Die Story ist eigentlich leicht zusammen gefasst: Die Handlung spielt fünf Jahre vor dem ersten Teil der Reihe, Arkham Asylum, und zu Beginn des Spiels erfährt Batman von Killer Croc, dass Black Mask verschiedene Auftragskiller auf den dunklen Ritter angesetzt hat. Unter den Killern sind bekannte DC-Antagonisten wie Deathstroke, Deathshot oder Firefly. Natürlich darf auch hier Bane nicht fehlen. Und den Joker lernen wir auch noch kennen. Wie es sich für ein Spiel der Arkham-Reihe gehört, hat auch der Riddler wieder zig Rätsel gestreut. Im Laufe des Spiels deckt Batman auf, wer wirklich hinter den Auftragskillern steht und warum. Ebenso wird die Hintergrundgeschichte vom Joker beleuchtet und man kriegt eine, einigermaßen vernünftige Erklärung, warum Batman und Joker sich wie zwei Magnete anziehen aber doch nicht den anderen töten wollen bzw können. Natürlich sind auch korrupte Polizisten wieder am Start und wollen uns an die Fledermausohren. Die Zusammenarbeit von Batman und Gordon hat auch hier ihren Anfang. Sprich, storytechnisch lernt Batman hier fast jeden kennen, der ihm später das Leben schwer machen wird. Butler Alfred ist natürlich auch wieder dabei und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Die Story gehörte für mich zu den Vorteilen des Spiels, ich war von Anfang gut unterhalten und immer wieder motiviert, zu erfahren wie es weiter geht. Die Probleme des Spiels liegen ganz woanders aber dazu später mehr.

Eines der große Pluspunkte der Reihe ist das Free Flow-Kampfsystem. Kenner der Reihe sind sofort wieder in der Steuerung drin und die Kombos gehen leicht von der Hand. Auch von der Tatenbelegung her, hat sich nichts geändert. Im Laufe des Spiels kriegen wir auch mehr Gadgets, die uns helfen, das Abenteuer zu meistern. Über Fähigskeitspunkte levelt man auf und investiert die Punkte in vorgegebene Attribute und kann die Gadgets verbessern. Wie bereits in Arkham City bewegen wir uns frei durch Gotham City, diesmal steht uns sogar die ganze Stadt zur Verfügung. Die Vertonung, auch in der deutschen Fassung, ist ohne Zweifel erstklassig, Batman und Bane haben sogar „ihre“ Stimmen aus den bekannten Filmen. Weiterer Pluspunkt ist die vernünftige Gegner-KI, sie gehen teilweise sehr taktisch vor. Auch optisch macht das Spiel, selbst auf mittleren Einstellungen, einen einwandfreien Eindruck.

2015-01-21_00003

Unabhängig davon, wie schön die Stadt gestaltet ist und auch den düsteren Look der Comics wiedergibt, ist hier das erste große Manko: die Atmosphäre. Warum auch immer, besteht eine Ausgangssperre und somit sind keine Zivilisten in der Stadt unterwegs und die Stadt wirkt nur noch als hübsches Beiwerk. Des Weiteren sind in der Stadt Gangster von Black Mask, Pinguin und später dem Joker unterwegs. Warum? Keine Ahnung. Ist es wichtig? Eigentlich nicht, aber es stört die Atmosphäre und nervt wenn man unterwegs ist und auf jedem zweiten Dach (!!!) Wachen patrouillieren obwohl nichts zu bewachen gibt. Selbst wenn man, zum Beispiel, den Pinguin verhaftet hat, sind seine Schergen immer noch unterwegs. Authentisch ist was anderes. Überhaupt hat man nicht das Gefühl, Gotham zu befreien. Die Gegner spawnen und wie bereits erwähnt, interessiert es das Fussvolk nicht, dass ihr Boss verhaftet ist. Besonders dumm wirkt es an folgendem Beispiel: Auf der Suche nach dem Pinguin begibt man sich auf einen Tanker (okay, gutes Versteck), um rein zu kommen, säubert man das Deck (logisch), nach Abschluss der Mission patrouillieren dort aber wieder welche… (warum wird mir keine Falle gestellt, die wissen doch, dass ich da bin)… okay wieder alle erledigt… Später kann man für eine Waffenkiste des Pinguins wieder dahin kommen. Also wieder alle Wachen erledigen (Ist ja okay, immerhin beschützen sie eine Waffenkiste) aber danach… beschützen sie ein leeres Schiff…NACHDEM ICH SIE BEREITS AN DEM ORT DREIMAL ERLEDIGT HABE!!! Und das zieht sich so durch das Spiel weiter. Und gleich weiter zum nächsten Kritikpunkt. Um die Schnellreise per Batjet nutzen zu können und die Karte freizuschalten, müssen wir Funktürme erobern (hat Ubisoft heimlich seine Finger im Spiel gehabt?) Es passt grad so zu Assasins Creed, aber hier passt es einfach gar nicht und wirkt sehr aufgezwungen. Der vielleicht größte Kritikpunkt ist der Riddler, genauer gesagt die Riddler-Rätsel.

Liebes Rocksteady-Team, wenn ich Gotham retten will, mache ich keine Kunststücke mit meinem Batarang! Zumal es einfach die Atmosphäre des Spiels stört. Kleine Randnotiz, die Riddler-Rätsel nerven mich seit dem ersten Teil. Des Weiteren existiert eine Nebenmission, wo der Riddler Geheimnisse aus Gotham preisgeben will und Batman das aufhalten soll, natürlich sind die Datenpakete nur per Kunststücke zu finden. Wieder wirkt das aufgesetzt und unpassend. Lasst mich doch in einer Art Rätsel-Level gegen den Riddler kämpfen, aber nicht Rätsel in der Stadt verteilen, wo ich mich frage: Wie hast du das hier verstecken können, lieber Herr Enigma???? Ein kleiner Nebenverdient für Fähigkeitspunkte sind die Deketivaufträge. Hierbei untersucht ihr Tatorte um den Täter zu ermitteln. Klingt spannend? Ist es aber nicht. Per Scan arbeitet ihr euch von Indiz zu Indiz und den Rest erledigt Alfred bzw der Batcomputer. Hier hätte man ruhig mehr raus holen können und richtige Dektivarbeit einarbeiten können. Aber so? Nein danke, Rocksteady.

2015-01-10_00002

Drei Kritikpunkte bezüglich der Story hab ich noch zu erwähnen. Der Erste bezieht sich auf die Auftragskiller. Wenn Black Mask acht Auftragskiller auf mich hetzt…Wieso besiege ich nur die Hälfte in der Story und kann die anderen links liegen lassen, beziehungsweise sie lassen mich links liegen. Dafür, dass es ein Kernteil der Geschichte ist, stört dieser Fakt sehr. Der nächste Punkt bezieht sich auf den Zeitraum der Geschichte und dem Open-World-Prinzip. Die Handlung spielt in einer Nacht und da passt die Open-World einfach nicht. Man kriegt nie das Gefühl, dass man nur eine Nacht Zeit hat, um die Stadt zu retten. Der letzte Kritikpunkt bezieht sich auf die Ausrüstung des dunklen Rächers. Man levelt auf und ist voll ausgerüstet, nur um dann in Arkham Asylum wieder bei Null anzufangen. Nein, Rocksteady, das passt einfach nicht und ist unlogisch.

Bei aller Kritik an dem Spiel, haben mir die 22 Stunden echt Spaß gemacht. Die meisten Punkte fielen mir auch erst nach dem Ende auf. Das Kampfsystem ist über jeden Zweifel erhaben und auch die Story unterhält sehr gut. Nur abseits der Geschichte gibt es viele Probleme, man merkt einfach, dass man hier nur ein aufgebrühtes Arkham City gekriegt hat um die Zeit bis Arkham Knight zu überbrücken. Und genau diese Überbrückung klappt recht gut. Solltet ihr Fans der Reihe sein, dann gebt ihm eine Chance, falls ihr es noch nicht gespielt habt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s