Memorize is watching you

Wie kreiert man ein neues, eigenständiges Spiel? Man nehme das Kampfsystem aus der Batman-Arkham-Reihe, kombiniere es mit den Parcoureinlagen aus Prince of Persia oder auch Assassin’s Creed, gemischt mit Mirrors Edge und legt zum Schluss eine Story über Erinnerungen und Überwachung drüber (Total Recall lässt grüßen). Fertig ist Capcom’s Remember Me.

2015-02-28_00002

Die Story setzt im futuristischen Paris des Jahres 2084 an. Wir schlüpfen in die Haut von Nilin, die scheinbar ihr Gedächtnis verloren hat und können mithilfe von dem unbekannten Edge flüchten. Unsere Vergangenheit muss mit ihm zusammen hängen, denn er nennt uns immer wieder Schwester und weiß scheinbar mehr, als er uns verraten will. Unser Feind ist Memorize, ein Konzern der mit Erinnerungen als Dateien handelt und die Menschen wie süchtig danach gemacht hat. Stellt man sich gegen Memorize, landet man in der Bastille, einem Hochsicherheitsgefängnis, was unsere Erinnerungen raubt und uns so zu einer Art Zombie macht. Auf der Suche nach der Wahrheit und dem Ziel, die Menschheit zu retten, erfahren wir mehr über Nilins Vergangenheit.

2015-02-28_00007

Spielerisch geht die Steuerung erfahrenen Batman-Spielern schnell ins Blut. Die Kämpfe werden nur mit zwei Tasten gesteuert. Aber nur geklaut ist es nicht! Capcom hat ein interessantes Feature eingebaut! Über Fähigkeitspunkte könnt ihr spezielle Attacken freischalten, welche eure Lebenskraft auffüllen, Energie für den Spammer (eine Art Schusswaffe, besonders gut geeignet gegen Roboter) oder die Aufladezeit für Spezialattacken verkürzen. Die Kombos müsst ihr aber im Menü festlegen. Das Spiel gibt nur vor, welche Taste gedrückt werden muss und je nach dem was ihr frei geschaltet habt, könnt ihr Kombos bis zu 10 Attacken relativ frei zusammen stellen. Steckt ihr aber einen Treffer ein, ist eure Kombo vorbei, sehr nervig weil ihr nicht blocken könnt (größter Kritikpunkt am Kampfsystem) und das ausweichen beendet eure Kombo. Dies ist besonders nervig bei Gegnern, wo ihr Spezialattacken braucht, die aber eine Regenerationszeit haben. Diese könnt ihr, wie oben erwähnt verkürzen aber steckt ihr Treffer ein, startet eure Kombo bei Null. Überhaupt sind die Gegner sehr abwechslungsreich und einige Gegnertypen benötigen eine spezielle Strategie. Das ist fordernd und manchmal schwer aber umso besser fühlt man sich, wenn es doch geschafft hat. Etwas zu einfach sind aber die Kletterpassagen. Die Stellen, die ihr erreichen könnt, leuchten immer auf. Da muss man bei Assassins Creed schon mehr überlegen. Ab der Hälfte des Spiels sind auch einige knackige Rätsel dabei, welcher aber nach guter Überlegung machbar sind. Ein Spielprinzip, mit dem Capcom stark geworben hat, ist das Manipulieren von Erinnerungen. Leider taucht dies nur viermal im Spiel auf. Auch spielerisch hab ich mehr erwartet als nen Trial&Error-Prinzip (auch wenn man mit bestimmten Manipulationen andere Erinnerungen schaffen kann, was manchmal sehr spaßig ist). Sollte es einen Nachfolger geben (ich hoffe es!!), besteht hier Verbesserungsbedarf, immerhin war es Nilins alter Job, Erinnerungen zu manipulieren und damit Menschen zu bestimmten Taten zu treiben oder diese zu verhindern. Das Maximum an Energie oder Lebenskraft kann erhöht werden. Hierfür müsst ihr Pakete im Spiel finden, einige Pakete erhalten auch Hintergrundinfos zur Stadt. Wo ihr diese Pakete findet, wird euch per eingeblendeten Bild gezeigt. Leider ist aber nicht immer genau zu erkennen, wo es sein soll. Überhaupt…warum dieser Sammelwahn in einem Nicht-Open-World-Spiel? Lasst doch die Caps per Levelaufstieg steigen. Jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Man schafft es auf normalen Schwierigkeitsgrad auch ohne Erhöhung der Kapazitäten.

2015-02-28_00020

Optisch hat mich Remember Me von den Socken gehauen, besonders Neo Paris ist eine Augenweide. Sollte die Zukunft so aussehen, freue ich mich auf sie. Die Figuren wirken manchmal sehr plastisch (oder wurden mit zu viel Körperöl eingeschmiert). Hier hätte ich mir auch gern eine Open-World gewünscht oder wenigstens eine offenere Welt als „du kannst weder nach links noch nach rechts sondern nur da lang, wo wir wollen“. So schön die Optik ist, umso schlimmer ist die Lippensynchronität bei der deutschen Fassung. Ich lege nicht viel wert darauf, aber wenn es so sehr auffällt wie hier, dann stört es mich. Die englische Vertonung ist aber lippensynchron. Trotzdem ist die deutsche Vertonung von den Stimmen her gut, kommt aber an die erstklassige, englische Vertonung nicht ran.

2015-03-21_00001

Fassen wir also zusammen: Auf Grundlage guter Spiele hat Capcom ein Franchise geschaffen, von dem ich mehr haben will. Tolle Charaktere, gute Story, forderndes, aber nie unfaires Kampfsystem (aber dann bitte mit der Möglichkeit zu kontern oder wenigstens zu blocken), ein unverbrauchtes Setting und auch optisch sehr schön. Ich verstehe bis heute nicht, warum es ein Flop war. War das Setting zu uninteressant? War der Release aufgrund der Konkurrenz unpassend? Ich weiß es nicht. Jedenfalls gehört Remember Me zu den Spielen, die ich nicht so schnell vergessen werde. Und angeblich liegt ja schon ein Skript samt Verbesserungen bereit… Komm Capcom, trau dich!!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s