Es kommt eine Finsternis, Michael

Heute reise ich mal bissel in die Vergangenheit, zu den Anfängen meiner Zeit als Gamer. Ich reise ins Jahr 1999. Damals spielte ich auf den Nintendo 64 ein Spiel, was als erstes Spiel, was ich durch gespielt habe, in meine Historie einging und auch mein erster Kontakt mit einer Open-World-ähnlichen Welt war. Die Rede ist von Shadow Man, einem Spiel zu der gleichnamigen Comicreihe, die bei uns eher sehr unbekannt war.

Die Geschichte handelt von Michael LeRoi, dem mächtigsten Shadow Man aller Zeiten. Mithilfe der sogenannten Schattenmaske beschützt er sowohl das Reich der Lebenden als auch das Reich der Toten und sorgt für das Gleichgewicht auf der Welt. Die Comics und auch das Spiel greifen sehr viele Punkte aus dem Voodoo auf und daher ist nicht verwunderlich, dass man aus der Religion bekannte Gottheiten und auch Riten im Spiel wieder findet. Diese sind, soweit man es beurteilen kann, sehr detailgenau und bewerten die Religion nicht sondern nehmen dies einfach als Grundlage für die Welt rund um den Shadow Man. Das Spiel besticht dabei durch eine spannende Geschichte und die Entwickler von Acclaim geizten nicht mit den Synchronsprechern. Aber eins nach dem Anderen.

Unser Widersacher ist Legion, der fünf der schlimmsten Serienkiller um sich versammelt und im Reich der Toten eine Kathedrale errichtet, welche Asyl genannt ist und sehr stark an den Turm von Babel erinnert. Diese fünf sind Jack (Ja, Jack the Ripper), Dr.Victor Batrachian (der sehr stark an Hannibal Lecter angelehnt ist), der Ex-Soldat Milton Pike, der Vergewaltiger Avery Marx sowie der Massenmörder Marco Cruz. Batrachian, Pike und Cruz sind dabei in einem Gefängnis untergebracht und haben dieses an sich gerissen. Shadow Man muss alle fünf besiegen und zum Schluss Legion aufhalten um die Apokalypse aufzuhalten. Jedoch merkt er schnell, dass er im Reich der Lebenden nichts gegen die übernatürlichen Gegner ausrichten kann. Daher muss er ein Artefakt names L’Eclipser finden um mit der Hilfe der Priesterin Nettie die Welt zu verdunkeln und dann mit all seiner Kraft als Shadow Man die Feinde zur Strecke bringen. Auf der Suche nach den Teilen des Artefakts dringt er tiefer und tiefer ins Reich der Toten vor und sammelt dabei dunkle Seelen aus sogenannten Govis, welche er nur mit der Shadowgun zerstören kann. Mit Hilfe der dunklen Seele wird seine Kraft größer und auch die Macht seiner Shadowgun steigt mit jeder gesammelten Seele. Umso stärker er ist, umso mehr Tore im Reich der Toten kann er öffnen und damit kommt er dem Asyl immer näher. Michael untersucht dabei auch Höhlen und alte Tempel. Zur Lösung mancher Rätsel benötigt er bestimmte Tätowierungen, welche ihm besondere Fähigkeiten verleihen wie über Feuer laufen zu können. Die Rätsel sind dabei sehr unterschiedlich, während sie am Anfang noch leicht sind, werden sie gegen Ende immer knackiger. Mit den Gegnern verhält es sich ähnlich. Während wir am Anfang nur gegen Zombies kämpfen, kommen gegen Ende richtig fiese Monster mit Kettensägen, die fast aus Oustlast oder the Evil within stammen könnten, welche erst viele Jahre später entwickelt wurden. Gegen Ende bekämpfen wir sogar Gegner, die zehnmal größer sind als wir. Natürlich haben wir dazu das richtige Inventar an fantasievoll gestalteten Waffen, welche wir in den Tempeln finden können. Ein Thema, was das Spiel durchzieht ist auch der Tod von Michaels kleinen Bruder Luke. Immer wieder wird Michael von Alpträumen heimgesucht wo sein Bruder nach Hilfe ruft. Michael hofft, seinen Bruder retten zu können und erst gegen Ende des Spiels wird klar, dass Legion Michael in eine Falle locken wollte und es auf die dunklen Seelen abgesehen hat, die Michael in sich versammelt hat. Mithilfe von Lukes Teddybär kann Michael jederzeit zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden hin und her reisen. Auch als Schnellreisesystem funktioniert dieser.

Überhaupt ist die Welt sehr groß und abwechslungsreich. Angefangen bei den Sümpfen von Louisana, wo eine alte Kirche zum Schauplatz einiger wunderbarer Zwischensequenzen wird über ein trostloses Totenreich welches trotzdem nie gleich aussieht. Ein Highlight ist das Asyl. Düster und bedrohlich erstreckt es sich die meiste Zeit am Horizont um dann endlich erreicht zu werden. Dabei sticht ein Level hervor, wo wir die ganze Zeit eine Kindermusik hören, welche aus einem Horrorfilm entsprungen sein könnte. Ein Highlight für die damalige Zeit war die Synchronisation. Die deutsche Stimme von Samuel L.Jackson leiht Shadow Man Michael LeRoi seine Stimme, Nettie wird gesprochen von der deutschen Stimme von Whoopie Goldberg und der NPC Jaunty, eine Schlange mit Totenschädelkopf hat die Stimme von Tommy Piper, den wir hier als Alf kennen. Die deutschen Stimmen von Jack Nicholson und Kevin Spacey sind hier auch vertreten. Die Steuerung auf dem N64 war top und sehr gut durchdacht. Besonders schön war, dass man mit zwei Waffen gleichzeitig kämpfen kann. Auch das Inventar war sehr durchdacht und übersichtlich.

Kritik an diesem Spiel? Nichts, was mir hängen geblieben ist. Dieses Spiel war ein Meilenstein und selbst 16 Jahre nach dem Durchspielen erinnere ich mich immer noch sehr gut an dieses Abenteurerspiel was mich bis heute fesselt. Egal ob die Geschichte, die Zwischensequenzen, das Spielprinzip oder einfach die Atmosphäre. Es dauerte sage und schreibe 12 Jahre, bis ich BioShock spielte, das mich ein Spiel wieder so fesseln konnte wie Shadow Man. Und kaum hab ich diese Zeilen geschrieben, hab ich auch Lust auf den Dachboden zu gehen und die CD zu suchen wo Shadow Man für den PC drauf ist. Als kleines Schmankerl füge ich einen Link ein, welchen das Intro zeigt. Die Mondscheinsonate und ein Monolog von Jack the Ripper,gesprochen von Till Hagen, so kann nur ein Meilenstein der Spielegeschichte starten.

https://www.youtube.com/watch?v=M-0KdKJeRtg

 

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