Requiescat in pace

Assasin’s Creed und ich ist so eine Geschichte für sich. Teil 1 hab ich 2010 gespielt und ja, nach so 6-7 Stunden wurde es einfach langweilig. Warum? Es war irgendwie einfallslos und zog sich hin…Auch die Story um Altair riss mich nicht mit. Dann hab ich die Reihe einfach beobachtet und mit dem Setting von Assasin’s Creed 3 hatte die Reihe wieder meine Aufmerksamkeit. Frolleinchen war aufgrund der historischen Settings schon länger Fan der Reihe aber nach einer kurzen Anspielsession von Black Flag wollte der Funke wieder nicht überspringen, zu uninteressant war der Anfang und dann dieses „Fang den Dieb“ Ne danke, da hab ich dann lieber was anderes gezockt. Nun ja aber warum sind wir hier? Weil in einer Spielzeitschrift wofür ich jetzt keine Werbung machen will, ein Downloadcode für Assasin’s Creed 2 beilag und meine lieben Follower mir sagten „Gib ihm ne Chance“ „bester Teil der Reihe“ und so weiter und so weiter. Und da bin, hab mich in das erste Abenteuer von Ezio Auditore da Firenze, Sohn eines einflussreichen Bankiers im Florenz des 14.Jahrhunderts, erlebt und berichte euch darüber. Da Ubisoft keine Screenshotfunktion hat, kann ich leider keine Screenshots liefern.

Das Abenteuer als Ezio beginnt damit, dass sein Vater und sein Bruder verhaftet und hingerichtet werden. Natürlich wollen wir Rache üben und das Vermächtnis unseres Vaters retten indem wir seine Weste rein waschen und beweisen, dass er nur das Opfer eines Komplotts war. Natürlich war unser Vater Assassine und kämpfte gegen die Templer. Wie es sich für einen guten Sohn gehört, treten wir in seine Fußstapfen und führen den Krieg fort. Während wir versuchen die Wahrheit raus zu finden, treffen wir auf historische Personen wie Leonardo Da Vinci, der uns als Erfinder zur Seite steht aber auch auf Papst Alexander VI. und andere historische Personen, deren italienische Namen mir einfach zu kompliziert sind. Über die historische Korrektheit einiger Charaktere lässt sich streiten. Aber man darf dieses Spiel nicht als korrekte Interpretation der Personen sehen. Ubisoft entscheidet selbst, wer gut und wer böse ist.

Trotzdem sind die Personen vielschichtig und haben Charakter. Auch der Komplott, den Ezio aufdeckt, ist gut geschrieben und die Story fesselt bis zum Schluss..naja, sie fesselt fast bis zum Schluss aber dazu später mehr. Neben Florenz besuchen wir auch Forli, Venedig und Vatikanstadt. Besonders Venedig ist mit seiner Größe und dem Aussehen das Highlight des Spiels. Diesmal haben wir sogar einen eigenen Unterschlupf, dieser befindet sich in der Toskana und kann ausgebaut werden. Wie es sich für ein Assasin’s Creed gehört, gibt es auch wieder eine Geschichte in der Gegenwart mit Desmond Miles und seinem Kampf gegen die Templer aber wie schon in Teil 1 fragt man sich, warum. Auch hierzu später mehr. Das Kampf-und Klettersystem ist wie in Teil 1 und geht recht leicht von der Hand. Blocken, angreifen, ausweichen. Die Gegner sind so nett und greifen sehr selten gleichzeitig an. Sehr nett. Auch das Klettern ist recht leicht aber solltet ihr davor ein Batman-Spiel gespielt haben, so wie ich, werdet ihr vorher oft Verletzungen erleiden weil man den Abstand zwischen den Häusern unterschätzt und böse abstürzt. Leider springt Ezio wenn wir es sagen und springt also auch auf unseren Befehl freiwillig in den Tod. Da fühlt man sich als Spieler gleich mal wie Gott. Wie schon in Teil 1 erweitert sich unser Arsenal nach und nach. Wir können neue Sachen beim Schmied kaufen und sogar unsere Farben beim Schneider ändern lassen. Diesmal gibt es sogar einen Kunsthändler. Dort können wir Gemälde für unsere Residenz verschönern. Überhaupt können wir Geld in unserem Stützpunkt in Monteriggionni ausgeben und die Geschäfte aufleveln, was uns einen Rabatt für Einkäufe gibt und die Stadt verschönern. Und ja, man merkt es kaum aber die Stadt wird schöner.

Kleine Nebenmissionen gibt es auch. Hier mal einen Botendienst erledigen, dort wie ein echter Assassine ein Zielobjekt töten oder einfach einer betrogenen Ehefrau Genugtuung bringen und den Ehemann verhauen…bissel Abwechslung muss sein, auch wenn man einen politischen Komplott aufdecken muss. Es gibt auch kleine Wettrennen mit Bewohnern der Stadt, die mich herausfordern. Des Weiteren ist dieses Spiel wieder voll mit Sammelobjekten, wie es sich für Open World gehört. Dabei können wir auch die Wahrheit über einen Teil der Geschichte der Menschheit aufdecken. Selbstverständlich erklimmen wir wieder hohe Türme um mit dem Adlerauge die Gegend freizuschalten. Neu in Assasins’s Creed ist, das euch Gruppen helfen. Mit Prostituierten könnt ihr Wachen ablenken, Diebe klettern mit euch und..(hab sie nie ausprobiert, daher weiß nicht, was sie sonst noch für Vorteile bringen) und ein paar Söldner könnt ihr auch engagieren, die sich mit euch oder für euch mit den gegnerischen Wachen prügeln.

Nachdem ich grob alles zusammengefasst habe, komme ich zu den Vor-und Nachteilen des zweiten Teils von Assasin’s Creed. Einer der großen Pluspunkte ist ganz klar die Story. Sie ist spannend geschrieben und auch gut vertont. Die deutschen Sprecher geben sich Mühe und einen guten Job. Viel zur Story möchte ich nicht verraten da ich weder spoilern will noch hier drei Seiten Text schreiben will, nur um die Story zu erklären. Auch unser Held Ezio ist diesmal deutlich vielschichtiger als Altair. Man merkt ihm richtig an, dass er erst Anfang 20 ist und noch ein richtiger Draufgänger. Das macht ihn glaubhaft. Andere Charaktere sind auch gut geschrieben und so wirklich ging mir nur irgendwann Leonardo Da Vinci auf die Nerven aber eher weil er immer das Gleiche sagt, wenn ich ihm eine Schriftrolle zum Dechiffrieren gab. Das Kampfsystem ist schnell gelernt aber leider auch nicht sehr abwechselnd. Irgendwann sind die Kämpfe zu routiniert, grad am Ende. Schön ist die Verbindung zu Altair. Es gibt eine Rückblende in Altairs Zeit, wir schlüpfen kurz in seine Haut, und erkunden alte Grabmale der Assassinen um damit Altairs Rüstung freizuschalten. Diese ist aber so übermächtig, dass es fraglich ist, für was man die anderen Rüstungen brauch. Die Grabmale beziehungsweise der Weg dahin ist gespickt mit kleinen aber feinen Rätseln. Ein weiterer Pluspunkt sind die Städte. Es macht einfach Spaß sie zu erkunden (wären auf den Dächern nicht die nervigen Wachen). Ich war auch sehr erfreut über die Abwechslung innerhalb der Missionen. Mal muss ich Freunde retten, mal etwas einfach erkunden oder auch Feinde verfolgen. Klar, einiges wiederholt sich aber grad in Bezug auf die Attentate ist keins wie das Andere. Die Vorbereitung ist immer unterschiedlich. Die Möglichkeit in der Toskana den Unterschlupf aufzuleveln ist ein schöner Nebenauftrag. Zumal sich die Stadt wirklich ändert und es so Sinn macht, die Gegend nach Schätzen abzusuchen. Sogar der Sammelwahn macht etwas Sinn, da wir z.Bsp. für unsere Schwestern Federn sammeln sollen. Sinn macht er aber nur, weil er etwas Backround hat, ob dieser gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen Papier. Aber hier macht man es deutlich besser als Rocksteady in der Arkham-Reihe. Überhaupt merkt man im direkten Vergleich (den ich machen konnte, da zwischen den Spielen kein zu großer Zeitraum lag) Batman nur mit dem Kampfsystem deutlich punkten kann. Alles andere ist gleichwertig, wobei die Entscheidung zwecks der Story eher auf Geschmackssache beruht.

Leider hat dieses Spiel auch seine negativen Seiten. Dazu komm ich jetzt. Erstmal das große Manko. Das Ende der Story und die Story in der Gegenwart. Auch wenn es zu Assasin’s Creed gehört, dieses Übersinnliche mit den Edenstapfel, Menschheitsgeschichte und so weiter, passt nicht in die Story. Es wird zu abstrus am Ende. Hier hätte ich mir ein Ende ohne Science Fiction gewünscht. Aber der Großteil der Geschichte ist echt toll, daher kommt die Story mit einem blauen Auge davon. Die Gegenwart mit Desmond wirkt wieder leblos und ist noch abstruser. Es geht um irgendwas mit Weltherrschaft der Templer oder so. Warum ich das so gelangweilt schreibe? Dies ist das Gefühl, das man kriegt wenn man die Passagen spielt. Man wird aus einer spannenden Geschichte gerissen um…ja um…Irgendwie einen Bogen zu kriegen, warum man in der Vergangenheit spielt. Weiterer Kritikpunkt ist, dass die Stadt nicht so wirklich auf uns reagiert. Ja, mit steigenden Fandungslevel warnen Ausrufer vor uns aber diese können wir bestechen. Ansonsten passiert nichts. Passanten wirken nicht ruhiger wenn wir den bösen Stadtherrn töten und auch mehr als ein „Was macht er da?“ sagen sie nicht, wenn wir neben ihnen anfangen zu klettern. Auch das untertauchen wirkt unrealistisch wenn wir einfach als Assassine mit Kapuze in weiß zwischen schwarz bekleideten Frauen sind und uns keiner der Wachen mehr sieht! (vielleicht farbenblind oder so) Klar ist das Meckern auf hohem Niveau aber auch das wir die ganze Zeit eine Kapuze tragen und keiner das merkwürdig findet…naja, was solls. Das Besteigen von Türmen und Aussichtspunkten um die Karte freizuschalten, ist auch irgendwann nervig. Besonders weil wir gezwungen sind, es zu machen ansonsten ist die Minikarte nicht sehr detailliert, eigentlich gar nicht. Trotz der Abwechslung in den Missionen kommt irgendwann wieder der Punkt, an dem man nur noch die Story spielt. So erging es jedenfalls mir. Für mich nichts Neues bei Open World, irgendwann langweilen mich die Nebenmissionen und wenn alles Wichtige erkundet ist, reizt mich auch nichts mehr. Auch das Klettern auf den Dächern ist nervig wenn es mal schnell gehen soll, da Ezio meine Richtungseingabe am Controller sehr genau haben will. Ansonsten verfehle ich mal schnell den Balken.

Alles in allem ist Assasin’s Creed II genau das, was man eine gelungene Fortsetzung nennt. Spielerisch ist vieles, fast schon alles, besser geworden als zum Vorgänger. Die schwache Story in der Gegenwart muss man in Kauf nehmen, das gehört aber zu allen Spielen von Assasin’s Creed. Wer sich bis heute noch nicht an die Reihe traute oder einfach auch schlechte Erfahrungen mit Teil 1 hatte, sollte hier unbedingt zugreifen. Ich werde jedenfalls auch die direkten Nachfolger noch spielen, da es mich interessiert wie es mit Ezio weiter geht.

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