No God or Kings, only Men

Einschneidende Reformen haben die US-amerikanische Politik entscheidend geprägt, die Steuern sind so hoch wie nie zuvor und die Bombardierung Hiroshimas und Nagasakis schüren die Angst vor einem nuklearen Krieg. Das Aufkommen geheimer Regierungsbehörden und verhängte Sanktionen für die Geschäftswelt sorgen für weiteren Unmut. Das makellose Bild eines freien Amerikas hat Risse bekommen und es gibt Menschen, die bereit sind, sich ihre Privilegien zurückzuholen. Unter ihnen befindet sich auch ein großer Visionär. Ein Einwanderer, dem es gelang, sich aus bitterer Armut zu einem der reichsten und populärsten Männer der Welt hochzuarbeiten. Sein Name ist Andrew Ryan und seine Überzeugung ist, dass große Männer und Frauen auch große Freiräume benötigen. Sein Traum ist ein modernes Utopia, in dem diese Elite frei von diesen Fesseln der Politik, der Zensur und einer veralteten Moralvorstellung Sternstunden der Menschheit erschaffen soll. Er errichtet RAPTURE- eine schillernde Stadt am Grunde des Ozeans. Doch das Utopia wird zu einem wahr gewordenen Alptraum…“ (Bioshock-Rapture, John Shirley, 2011)

Kommt mit mir auf eine Reise..wir reisen ins Jahr 2008… Das Shooter-Genre sollte kurz nach F.E.A.R. und Crysis seine nächste Revolution erfahren. Wobei Revolution etwas zu weit her geholt ist. Immerhin ist BioShock der geistige Nachfahre von System Shock und besonders System Shock 2. Doch durch die Vormachtstellung der Call of Dutys und Battlefields bzw Medal of Honors sind Spiele wie die Genannten oder Half-Life sowie Half-Life 2 in Vergessenheit geraten. Sprich First Person Shooter, welche von Atmosphäre, Story und Charakteren leben. Ich klammere Deus Ex bewusst aus, da es starke RPG-Eigenschaften hat und wir hier über reine Shooter reden.

Irrational Games und allen voran Ken Levine schufen hier den geistigen Nachfolger ihres Welterfolgs System Shock 2. Doch statt ins Weltall geht es unter Wasser, genauer gesagt nach Rapture.

Die Story kann ich aufgrund von Spoilern nur grob umreißen. Und ja, das Spiel ist von 2008, aber im September kommen alle drei Teile als Collection für die Current Gens raus und wer weiß, vielleicht hat einer von euch es noch nicht gespielt und wird es bald tun. Daher keine Spoiler.

Wie gesagt, spielt das Spiel in Rapture und zeitlich ist in den 60er Jahren einzuordnen. Unser wortkarger Held Jack strandet in diesem Utopia und weiß nicht, warum. Auch wie er entkommen kann, ist ihm unklar. Recht schnell begegnet er dem hilfsbereiten Atlas. Und nach dem Motto „eine Hand wäscht die Andere“ helfen die beiden sich gegenseitig. Unser Antagonist ist Der Erschaffer der Stadt, Andrew Ryan. Er will seine Welt mit allen Mitteln schützen. Doch statt der Reichen und Schönen tummeln sich Splicer und ähnliche Monster nur noch in Rapture. Und die Little Sisters, beschützt von den gewaltigen Big Daddys. Diese kleinen, gruseligen Mädchen „ernten“ Adam. Was es ist und wieso sie es ernten, erfahrt ihr während der Story. Wie schon in System Shock 2 müsst ihr die Gegend erkunden. Dabei findet ihr Tonbandaufnahmen von Bewohnern der Stadt sowie von den wichtigen Charakteren. Ihr lernt dabei die Charaktere und deren Motive besser kennen.

Der Star des Spiels ist Rapture selbst. Nie war eine recht lineare Welt atmosphärischer, beklemmender. An jeder Ecke lauern Hinweise auf die Geschichte. Es erstreckt sich auch das Ausmaß des Untergangs. Jedoch auch die Schönheit und Reinheit des Utopias ist erkennbar. Keine Ecke gleicht der Anderen. Für 2008 waren die Lichteffekte sehr stimmig und auch die Animationen schön. Man sollte jedoch bedenken, dass BioShock nie realistisch aussehen sollte. Der leichte Comiclook gibt dem Spiel einen relativ zeitlosen Charakter.

Das Kampfsystem ist zweigeteilt. Zum Einen klassisch mit Waffen, wie es sich für einen Shooter gehört. Aber etwas Magie oder hier einfach Plasmid genannt, gehört auch zum Spiel. Als Plasmide werden hier genetische Upgrades bezeichnet, die uns Eis oder Feuer aus den Händen schießen lassen. Wir können aber auch per Telekinese Sachen bewegen und auf Gegner werfen. Recht innovativ ist das nicht aber spielt sich flott von der Hand und selbst im dritten Teil gab es nicht viel daran zu meckern außer das es so war, wie 2008. Die KI der Gegner ist ordentlich. Uns erwarten keine taktischen Schlachten, aber im Vergleich zur Konkurrenz sind die Gegner teilweise richtig schlau. Die Big Daddys sind dabei die Tanks unter den Gegnern. Hart zu knacken und in verschiedenen Ausführungen durchstreifen diese kultigen Burschen Rapture.

Bis zum Ende des Spiels sind es ungefähr 15-20 Stunden, vorausgesetzt ihr sucht Rapture ordentlich ab, was für die Atmosphäre des Spiels eigentlich unvermeidlich ist. Ihr kriegt hier einen der besten Shooter seit Half-Life 2 serviert, erst vier Jahre später wird dem Ganzen mit BioShock Infinite die Krone aufgesetzt. Besitzer von Last Gens sollten hier ruhig zuschlagen. Ihr kriegt spielerisch einen etwas besseren Shooter als die Konkurrenz, der aber in Sachen Spielwelt, Atmosphäre sowie Story mit der Konkurrenz den Boden aufwischt. Seid ihr im Besitz eines aktuellen Rechners oder der Current Gen und habt noch keins der Spiele…schlagt bei der Collection (Release: Mitte September 2016) zu. Selbst ich, der alle drei Teile hat, wird sich die Collection für seine One kaufen um einfach alles nochmal in HD erleben zu dürfen.

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2 Gedanken zu “No God or Kings, only Men

  1. Ich finde, dass ein Vergleich mit System Shock eigentlich nicht so richtig passt, da Levine zwar auch daran gearbeitet hat, es im Gegensatz zu Bioshock aber viel mehr RPG als Shooter war. Bioshock selbst ist ohne Frage ein großartiges Spiel, das vor allem in Sachen Artstyle und Story vorbidlich ist, aber wenn man nur das Shooter-Gameplay betrachtet, dann zieht es imo im Vergleich mit klassischen Shootern den Kürzeren, was vor allem am Handling und dem Trefferfeedback liegt.

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    1. Gut, der Vergleich mit System Shock rührte auch mehr auf Hören-Sagen durch andere Quellen. Selber gespielt hab ich nur nen bissel von Teil 2. Freue mich aber auf das Remake.
      Und ja, das Gameplay in Sachen Shooter war nicht so prall, war aber nie eine wirkliche Stärke der Reihe

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