Filmkritik zu „Independence Day: Wiederkehr“

Wir alle wissen, dass ich wohl ein ziemlicher SciFi- Fan bin. So ist es auch naheliegend, dass ich die Filmkritik zu „Independence Day 2“ schreibe. Solltet Ihr den Film noch nicht kennen, will ich Euch hier noch einmal ausdrücklich vor Spoilern warnen.

 20 Jahre ist es her, dass sich die Welt einem Alien- Angriff widersetzen konnte. Mittlerweile haben sich die Nationen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam weiterzuentwickeln und aus bekannten Alien-Technologien zu lernen. Dies dient zuletzt nur dem Schutz der Erde, denn ein weiterer Alienangriff kann nicht ausgeschlossen werden. Der Nationalheld Steven Hiller (Will Smith) starb bei einem Testflug (welch Ironie…), David Levinson (Jeff Goldblum) forscht weiterhin und Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) ist gesundheitlich angeschlagen, warnt aber seit Jahren vor bevorstehenden Angriffen. Wie in vielen Katastrophenfilmen üblich, glaubt man ihm nicht unbedingt. Als sich seine Angst plötzlich bewahrheitet und die hochmoderne Alienabwehrstation des Mondes zerstört wird, bricht Panik aus. Die Rettung können jetzt nur noch ein paar Kampfpiloten sein (Liam Hemsworth, Jessie Usher)…

https://www.youtube.com/watch?v=lGW6edWFniA

Das landende Raumschiff misst 3000 Meilen im Durchmesser und hat ein eigenes Gravitationsfeld. Im Innern befindet sich ein eigenes Biotop und an Bord befinden sich feindliche Piloten ausgestattet mit neuster Alientechnologie. Und so landet es auf der Erde und zerstört alles, was im Weg steht. Typisch Katastrophenfilm, typisch Emmerich.

Und ab diesem Moment wird scheinbar nicht mehr viel so richtig ernst genommen. Zwar haben wir hier keinen „Sharknado“-Verschnitt (Schade eigentlich), sondern ein effektvolles Kinoerlebnis mit dem Hang zur Ironie. Dazu trägt natürlich, wie immer, Jeff Goldblum bei. Würden die Darsteller der alten Filme nicht mitspielen, hätte ich wohl kein Geld für den Kinofilm ausgegeben. Herrlich amüsant fand ich außerdem den Wissenschaftler Dr. Brakish Okun, der nach 20 Jahren zeitgleich mit dem Alienangriff aus dem Koma erwacht und jede Information seit dem Alienkontakt in Teil 1 gespeichert hat. Natürlich kann er sofort wieder weiterforschen und muss von seinem Lebensgefährten nicht erst in die Welt, die er verpasst hat, eingewiesen werden. Welch praktischer Zufall.

Da der Regierungsstab der USA (denn nur aus der Sicht der USA wird die Story erzählt- im Wind wehende Flaggen inklusive) evakuiert und ermordet wird, liegt nun die letzte Hoffnung auf den letzten Kampfpiloten, dem Militär und ein paar Forschern. Levinson und sein Vater (Judd Hirsch) bieten hier (inklusive großer Rettungsaktion von Kindern) ihre Erfahrung aus dem ersten Angriff an. Zufälligerweise passt jeder Pilot, der ein Alienraumschiff fliegen kann, in die Sitze der sehr großen Aliens.

Dr. Okun untersucht die Raumsonde, die die Kampfpiloten aus dem Weltraum retten konnten und entdeckt in ihre zahlreiche Codes und Geheimnisse neuer Technologien. Durch ihn merkt die Kugel, dass sie hier zwar nicht auf die intelligenteste Rasse (Überraschung!) gestoßen ist, aber auf eine Lebensform, welche sich durchaus wehren kann. Sie hat Daten von Rebellen und von Widerständlern gespeichert, die die bösen Aliens ausschalten sollen. Denn sie nutzen die Ressourcen der Planeten in verschiedenen Sonnensystemen aus und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Nun muss also verhindert werden, dass die Außerirdischen an die Daten der interstellaren Raumsondenkugel kommen. Wie das geht? Natürlich mit einem Kamikazeflug. Wichtig ist hierbei zu beachten: Nur mit rasiertem Gesicht kann man die Welt retten! Ich weiß nicht mehr, ob Whitmore einen Kampfjet oder einen Alienjet nutze, aber letzeres würde mich doch sehr wundern. Wir erinnern uns: Er ist gesundheitlich physisch und psychisch angeschlagen und wirkt nicht immer zurechenbar und hat nie einen Alienjet benutzt.

Zurück zum schrulligen Doktor Okun: Dieser forscht munter weiter und erlangt Kenntnisse die unsere Vorstellungskraft überragen. Dabei ist es egal dass er 20 Jahre im Koma lag, selbstverständlich übernimmt er die komplette wissenschaftliche Führung der Area 51. Zeitgleich wird aber die Alien-Königin (Vgl. Bienenstamm) auf die Kugel aufmerksam. Interessanterweise hat sie mit ein paar Drohnen (Untergebene/Untertanen/ Sklaven/Angestellte?) die Explosion von Teilen ihres Schiffes überlebt und sinnt nun auf Rache und will natürlich die Kugel, um alle Rebellen verfolgen zu können. Zwei ihrer Jets sind aber glücklicherweise mit unseren liebgewonnenen Kampfpiloten bestückt, die sich einen Plan ausdenken, wie sie die Königin ausschalten können.

Letztendlich kann die Königin besiegt werden und das Raumschiff zieht ab, vergisst dabei aber sein hochmodernes, eigenes Gravitationsfeld, dass es physikalisch gesehen benötigt. Zufall? Wer weiß … Alle können jetzt eine neue, viel größere Feier planen und alle Nationen werden weiterhin fröhlich zusammenarbeiten. Oder nicht? Das Ende lässt Spekulationen zu, denn die Menschen sollen die Führung der Rebellen übernehmen…

Alles in allem war es ein sehr netter Film in 3D. Die Effekte waren super und ich hatte Spaß. Das ist doch das wichtigste. Eine dichte Handlung sollte man hier wirklich nicht erwarten, dafür aber reichlich Witz und Ironie. Letzeres ist Goldblum, Hemsworth und Spiner zu verdanken. Spiner spielt übrigens Doktor Okun, der mich durchweg zum Lachen brachte.

Nebencharaktere waren flach gehalten und auch die Hauptcharaktere ließen es nur schwer zu, sie wirklich lieb zu gewinnen. Manche Nebenhandlungen waren überflüssig: Interessiert es wirklich jemanden, ob ein Schulbus schneller ist als ein rennendes Alien? Amüsant war es trotzdem, immerhin besitze ich die „Sharknado“- Box, ich kann Trash einschätzen 🙂

Auffällig war auch, dass es nur ein, zwei farbige Charaktere gab und eine hübsche Asiatin. Typisch Hollywood, der Rest der Darsteller waren nämlich alles weiße Amerikaner (und eine Französin). Ich möchte hier nicht wieder über den Rassismus und die Vorurteile in Hollywood sprechen, das haben andere Leute wohl besser drauf. Auch einige Szenen am Ende fand ich nicht gut, aber sie waren wieder so typisch: Menschen in verschiedenen Ländern sitzen im Dreck an kleinen Radioempfängern und jubeln der großartigen, amerikanischen Nation zu. (Ich bin mir sicher, in einem Fall der Alieninvasion wären wohl nicht nur die Amerikaner an der Rettung der Welt beteiligt). Ende des Filmes ist vorhersehbar: Alle haben sich lieb und bauen alles wieder auf.

Was will man also mehr von einem netten Kinoabend erwarten? Gute Effekte, ein guter Goldblum und viel Witz, etwas Trash und Action. Guckt den Film ruhig, aber denkt nicht zu sehr mit 🙂

Bis nächste Woche und liebe Grüße,

Jule

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