A Walk in the Park

 

ACHTUNG-DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER-LESEN AUF EIGENE GEFAHR!

A walk in the park a step in the dark
a walk in the park a trip in the dark
I’m getting away escaping today
a walk in the park“ (Nick Straker Band)

Geht es heute um Musik? Neeee aber dieses Lied fand ich so passend zum Spiel. Heute geht es um The Park. Und diesmal werde ich auch Story spoilern, immerhin möchte ich euch ersparen, 2 Stunden eures Lebens zu vergeuden. Sollte jemand von euch dieses Spiel gespielt haben und mögen, so möchte er bitte an dieser Stelle aufhören zu lesen oder für immer schweigen.

Was ist The Park ? Also vom Genre her, ordnet man dieses Spiel als Walking Simulator ein. Und nein, hier handelt es sich nicht um eine Sportspiel über Nordic Walking. Sinn eines Walking Simulators ist, ratet… richtig! Laufen! Andere Beispiele für dieses Genre sind Dear Esther und Everbody’s Gone To The Rapture. Ihr lauft rum und über suchen und finden von Hinweisen erfahrt ihr mehr über die Story. Spannend oder? Jaaaa… bei den anderen beiden vielleicht. Nicht bei The Park!

Aber kommen wir mal zu den Fakten. Worum geht es hier überhaupt? Wir schlüpfen in die Rolle von Loraine, einer alleinerziehenden Mutter, die ihr Kind Callum verloren hat. Wie das passiert ist? Man war in einem alten, verlassenen Park und das Kind hat seinen Teddy vergessen. Also gehen wir zum Eingang, wo sogar ein Kassierer arbeitet (WTF, das Ding ist doch verlassen???? Logik???) Und überhaupt… was wollten wir da? Naja egal..Kind weg. Hurra denkt sich jetzt jeder, bin das Balg los. Aber nicht Lorraine. Verantwortungsvoll wie eh und jeh betritt sie den Park. Mein erster Gedanke: „Sollten sie beiden wirklich hier gewesen sein, wieso sieht alles so herunter gekommen aus?“ Der Plot trieft vor schlimmeren Logikfehlern als Independence Day 2!!!

Und was machen wir eigentlich? Wir rufen unser Kind! Was ne Aktion (sie nervt nach circa fünf Minuten, also nach circa 5 % des Spiels) Wir laufen zufällig zur ersten Attraktion, einer Gondelfahrt. Gruselt ihr euch auch schon? Seid ihr noch wach? (diesen Fragen stellte ich mir jedenfalls) Während dieser Fahrt durch die Attraktion wird uns die Geschichte von Hänsel und Gretel erzählt. Callum hinterlässt uns nämlich Brotkrümel in Form von Hinweisen (das Spiel schreibt eh vor, wo wir lang müssen aber egal) statt auf uns zu warten (super erzogenes Kind). Während der Fahrt begegnen wir auch diesem komischen, eigentlich gruselig aussehenden Riesenteddy.

Callum ist aber nicht hier (war so klar). Also weiter Richtung nächster Attraktion. Wir fahren mal mit dem Auto-Scooter, mit der Achterbahn und das wars schon. Nach und nach wird einem klar, dass es sich hier um eine schwere Mutter-Kind-Beziehung handelt und auch Lorraine so manchen Ballast mit sich herum trägt. Während diese kleinen Hinweise auf mich einprasseln, spinne ich mir einen Plot zusammen, der alles retten würde. Aber dazu am Ende mehr, wenn ich beim Finale des Spiels bin. Weitere Hinweise, die wir finden, weisen auf schreckliche Ereignisse in dem Park hin (WELCH ÜBERRASCHUNG,WAS NEN TWIST) Irgendein Typ drehte wohl durch (der in dem Teddykostüm) und mordete (WAAAAAAHNSINN!!!!) Nervig ist, dass kleine aber wichtige Goodies gut versteckt sind und auch auf der Karte kein Hinweis ist, wo es mit der Story weiter geht. Ich hab circa 20 Minuten gebraucht um in einer Ecke die Fahrkarte für die Achterbahn zu finden. Wie ihr merkt, ist hier alles wie in einem klassischen Horrorfilm aufgebaut. Aber wie in einem klassischen Rosamunde Pilcher-Film passiert… NICHTS. Ein Jumpscare-Moment war bis zu diesem Punkt im Spiel. Und ich weiß nicht ob mich erschrocken hab weil er so gruselig war oder weil er mich aus meiner Lethargie weckte. Jedenfalls landen wir irgendwann doch mal Finale. Das ist natürlich im Gruselkabinett. Hier dachte ich echt, das Spiel kriegt die Kurve. Auf einmal war Atmosphäre da. Auf einmal war so was wie Spannung zu spüren. Es ging dann in den Keller des Gebäudes. Hier erlebten wir wohl das einzige Highlight. Immer und immer wieder durchqueren wir Lorraines Wohnung, welche sich aber mehr und mehr zu einer Hölle verwandelte. Die Wohnung stand eventuell für den psychischen Zerfall der Protagonistin. Diese 5-10 Minuten waren wirklich super inszeniert und hatten das, was ich die ganze Zeit erwartet oder erhofft hatte. Mein Kopf war bereit für ein Finale. Ich hab mir schon ausgemalt, wie Lorraine aus ihrer Hypnose oder ihrem Traum erwacht… Sie als Patientin in einer Nervenheilanstalt, welche aufgrund von Depressionen oder Ähnlichem ihr Kind getötet hat und als Verarbeitung sich dieses surreale Welt des Parks erdacht hat. Alles deutete darauf hin. Und dann… BAM… FINALE… und ich nur: LOL, EURER ERNST??? Was war passiert? Tja, Callum lag in einem kahlen Raum auf einem Tisch und eine Art Geist oder Dämon verleitete Lorraine dazu, ihren Sohn zu töten. Mag sein, dass andere diesen Twist toll fanden aber ich fand ihn einfach nur lahm. Aber das passte wieder zum Spiel. Hätten wir wohl nicht gestreamt, ich hätte den Laptop angeschrien weil ich mir total verarscht vorkam. Man erwartet ein tolles, vielleicht sogar leicht mindfuckiges Finale und kriegt dann DAS.

Alles in allem muss ich sagen, das Spiel war eine reinste Enttäuschung. Ja, die Entwickler Funcom hatten ne gute Idee, keine Frage. Aber was wurde daraus? Ein kurzzeitiges Abenteuer, das nichts zu bieten hatte. Kein Gefühl von Gefahr, keine spannende Geschichte (gronkh-wiki sagt was Anderes aber okay) und da das Spiel mich nicht richtig fesseln konnte, konnte mich die Story zu keiner Zeit fesseln oder in ihren Bann ziehen. Sorry Funcom, aber mehr als „sie haben sich bemüht“ kann ich als Positives diesem Spiel nicht abgewinnen.

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