Clash of the Titans

Und wieder gibt es eine Filmkritik. Mit den Games dauert noch bissel. Bald sollte ich das nächste Spiel durch haben und dann gibt es wieder was dazu. Aber heute steht ein Film im Fokus, der wohl dieses Jahr die Massen gespalten hat, wie kein Zweiter. Es gibt bei den Kritiken ganz wenig grau, schwarz und weiß dominieren. Die Fanlager bombardieren sich und es ist ein regelrechter Krieg unter den Nerds ausgebrochen. Die Rede ist von keinem anderen Film als Batman v Superman-Dawn of Justice. Am Freitag war es endlich soweit und ich hab die Ultimate Edition gesehen. Da ich auch auf die Story eingehen will warne ich also vor Spoilern.

Worum geht es? Nachdem anfangs kurz die Batman-Origin angedeutet wird, indem man den Tod der Eltern (kleiner Nerd-Moment: Thomas Wayne wird von Jeffrey Dean Morgan und Matha von Lauren Cohen gespielt, jeder TWD-Fan sollte hier aufhorchen) zeigt, beginnt die eigentliche Handlung parallel zu den Ereignissen am Ende von Man of Steel. Visuell erkennt man sofort, dass Zack Snyder am Werk ist. Wir sehen Bruce Wayne,aka Batman, wie er in Metropolis auf dem Weg zu einem seiner Firmengebäude ist und Zeuge wird, wie der Kampf zwischen Superman und Zod viele Tote fordert. Dies ist auch der Grund, warum er beginnt, Superman als Bedrohung für die gesamte Menschheit anzusehen. Wichtig ist zu erwähnen, dass wir es hier mit einem Batman zu tun haben, welcher schon seit 20 Jahren auf Verbrecherjagd ist und viel durchmachte. Des Weiteren wird in einem von Zod’s Raumschiffen Kryptonit gefunden. Bei den Raumschiff handelt es sich um das, welches Superman zerstörte hatte um das Terraforming der Erde zu verhindern. Hinter dieser Entdeckung steckt Lex Luthor (Jesse Eisenberg), welcher später noch seinen Auftritt hat. Ein dritter Handlungsstrang beginnt in Afrika. Lois Lane (Amy Adams) will einen Warlord interviewen. Die Situation eskaliert und Söldner töten Zivilisten. Das US-Militär will mit einer Drohne das Lager ausschalten. Die Drohne wird aber von Superman zerstört. Eine falsche Zeugenaussage sorgt jedoch dafür, dass man Superman für den Tod der Zivilisten verantwortlich macht.

Der Film startet also mit drei verschiedenen Handlungssträngen. Wir wissen um Batmans Motiv und das Kryptonit entdeckt wurde. Das es sich bei dem Massaker in Afrika um eine Falle handelt, erfährt man erst danach, als vor dem Senat eine Anhörung der Zeugin erfolgt aber ich möchte die Handlung nicht Stück für Stück runter beten.

Clark Kent (gespielt von Henry Cavill), alias Superman, beginnt Batman zu hinterfragen. Er sieht in ihm einen Gesetzeslosen, der Selbstjustiz verübt und recherchiert über diesen und möchte der Öffentlichkeit die Augen darüber öffnen, dass Batman alles ist, nur kein Held. Superman selbst greift nur ein, um Menschen zu retten. Aus dem Verbrecherkampf hält er sich raus. Die Menschheit weiß, dass sie nicht mehr alleine ist und hinterfragt auch Superman. Für die Einen ist er ein Held, gar ein Gott. Für die Anderen eine tickende Zeitbombe. Grad die Gott-Thematik ist eine konsequente Fortführung aus Man of Steel. Lex Luthor lernen wir nun auch endlich kennen. Dieser möchte gern Kryptonit offiziell importieren um die Menschheit vor den sogenannten Meta-Wesen zu schützen (später im Film erfahren wir noch, dass er Daten über Wonder Woman, Aquaman, The Flash und Cyborg führt. Hierbei handelt es sich um die Helden, welche der Justice League im gleichnamigen Film angehören werden). Jedoch ist die Senatorin nicht sehr begeistert von seinen Plänen. Als es zu einer Anhörung Supermans kommt, stirbt die Senatorin aufgrund eines Attentats. Da Superman dies nicht verhindert hat, machen die Menschen ihn dafür verantwortlich. Batman schafft es in der Zwischenzeit Kryptonit zu stehlen und Luthor findet und erforscht die Leiche von Zod.

Interessant ist, wie stark der Fokus im Film auf Bruce Wayne und Clark Kent liegt. Weder Batman noch Superman haben bisher sehr viel Screentime. Dies sorgt in meinen Augen für eine tolle Charakterzeichnung. Die Motive beider werden somit viel logischer erklärt. Bruce Wayne wird von der Angst geplagt, Superman könnte die Welt unterjochen. Viel zu oft hatte er mit Superschurken zu tun, als das er einem Alien trauen kann, dass die Macht besitzt, die ganze Welt zu unterjochen. Kent wiederum will Batman stoppen, da er seine Art der Verbrecherjagd für unmoralisch hält. Superman selbst hält sich ja zurück und überlässt dies der Polizei. Er verhindert nur Katastrophen und hilft da, wo Menschen nicht weiter kommen. So rettet er eine Frau aus einem brennenden Haus oder die Insassen einer Weltraummission als deren Rakete explodiert. Die Menschen verehren ihn regelrecht wie einen Gott. Und wie Gott im Christentum schaut er eher zu statt aktiv in Konflikte einzugreifen, bis auf Lois, welche er ja zu Beginn gerettet hat. Luthor versucht derweil alles um Superman zu stoppen, aus ähnlichen Motiven wie Batman.

Im letzten Drittel steuert alles auf die finale Konfrontation zu. Batman hat sich einen speziellen Kampfanzug geschaffen und mithilfe des Kryptonits einen Speer entwickelt. Da er die Daten von Luthor ebenfalls entwedet hat, weiß er auch über die anderen Meta-Wesen Bescheid. Luthor hat in der Zwischenzeit Supermans Mutter entführt und will Superman bloß stellen, indem er diesen erpresst, Batman zu töten, da er sonst Martha tötet. Hintergrund wird wohl sein, dass Superman mit der Ermordung Batmans definitiv als Bösewicht angesehen wird, da die Gesellschaft Batman klar als Guten ansieht. Es kommt, wozu es kommen muss. Superman und Batman bekämpfen sich in einem kolossalen Kampf. Während Cap vs Iron Man in Civil War noch eher schnell und nicht so brachial war, kracht es hier richtig gewaltig. Die beiden Superhelden schenken sich nichts und dank des Speers schafft es Batman, dass Superman blutet. Kurz bevor Batman Superman tötet, bittet dieser ihn, seine Mutter zu retten. Dies sorgt dafür, dass Batman auf einmal einlenkt. Zum Einen durch den Namen. Martha heißt nämlich auch seine Mutter. Des Weiteren erkennt er, dass Superman keine bösen Absichten verfolgt und auch eine Mutter hat, die er liebt. Er scheint das Gute in ihm zu erkennen. Daraufhin erklärt sich Batman bereit, sie zu retten. Superman stellt in der Zwischenzeit Luthor. Natürlich kann Batman Martha Kent retten. Luthor offenbart Superman seinen verrückten Plan und präsentiert ihm Doomsday. Eine Art Mutation von Zod. Der Showdown ist folglich Superman/Batman vs Doomsday. Während dieser epochalen Schlacht taucht Wonder Woman auf und hilft den Beiden. Ihr Alter Ego Diana Prince (gespielt von Gale Gadot) tauchte während des Films schon einige Male auf und war auch Luthors Machenschaften auf der Spur, wollte jedoch kurz vorm Kampf aus Metropolis fliehen. Die drei schaffen es Doomsday zu besiegen aber nur unter dem Opfer, dass Superman stirbt.

Der Film endet damit, dass Superman eine Heldenbeerdigung durch die USA erhält und Clark Kent zuhause unter Freunden und heimlich beerdigt wird. Dabei bittet Bruce Gal, ihr doch zu helfen und die anderen Meta-Wesen zu rekrutieren, da er befürchtet, dass ein Kampf bevorsteht.

Puh, das war schon viel… Jetzt komme ich zu meinem eigenen Fazit zum Film. Ich war nach dem Film total geflasht. Immerhin war ich lange skeptisch und wollte ihn im Kino nicht sehen, da mich die Trailer überhaupt nicht überzeugt haben. Inwiefern sich die normale Edition von der Ultimate unterscheidet, weiß ich nicht genau. Nur dass Letztere, welche ich gesehen habe, ca 30 Minuten länger geht und die Szenen mehr auf Superman zugeschnitten sind. Fange ich erst mal mit dem Lob an. Besonders stark war die Performance von Ben Affleck und Jesse Eisenberg. Grad die beiden mit den größten Fragezeichen, haben mich umgehauen. Klar, war Eissenberg jokeresk aber es war definitiv keine blinde Kopie. Seine verrückte Art war erfrischend und genial. Im Gegensatz zum MCU mal kein blasser Antagonist ohne Profil(mal von Loki und mit Abstrichen Whiplash sowie Zemo). Affleck spielt seine Rolle sehr gut und überzeugt als älterer Batman auf allen Ebenen. Man nimmt ihm ab, dass er seit 20 Jahren das Böse bekämpft und dies Narben auf seiner Seele hinterlassen hat. Auch die weiteren Rollen (Laurence Fishburne, Jeremy Irons als Alfred, Amy Adams) überzeugen aber kommen deutlich kürzer weg als noch in Man of Steel. Die Story ist in meinen Augen logisch aufgebaut und baut sich bis zum großen Finale wunderbar auf. Die Beweggründe aller Hauptpersonen sind für sich schlüssig und verständlich. Nie war ein Moment, wo ich gesagt habe „Das ist unlogisch“. Wie sich dies in der Kinofassung verhalten hat, ist mir nicht bekannt. Ich gebe auch zu,dass ich diese nicht gucken werde (Warum auch, wenn ich die Ultimate habe). Visuell ist der Film typisch Snyder. Manch einer wird dies nicht mögen aber das Snyder einen visuell besonderen Stil hat, ist nichts Neues. Im Gegensatz zu Man of Steel hat man dies bei Batman v Superman sogar besser erkannt, dass Snyder der Regisseur ist. Die Parallelen im Stil zu seinen vorherigen Werken sind nicht zu übersehen. Mir gefällt sein Stil sehr, klar hat er seinen Längen aber nun gut, kein Regisseur ist perfekt. Vorlage für diesen Film war der Comic The Dark Knight Returns. Hierbei kenne ich nur den animierten Film aber nicht den Comic von Frank Miller. Vergleicht man die beiden Filme sind die Parallelen nicht zu übersehen. Batman ist viel skrupeloser, Robin ist tot und selbst das Batmobil ist stark an den Comic angelehnt. Ein weitere Gemeinsamkeit sind die Alpträume von Bruce Wayne. Überrascht hat mich das Ende. Ich wusste, dass Doomsday seinen größten Comicauftrit in Der Tag, an dem Superman starb hatte. Hätte aber nie gedacht, dass DC den Mut hat und das durchzieht. Hierfür Chapeau. Diesen Mut traue ich dem MCU nicht zu. Im Gegensatz zu Marvel ist DC viel düsterer. Dies merkte man schon im ersten Film des DC Extended Universe aber hier ist es deutlich. Ich finde das erfrischend, mal einen erwachsenen Wind zu spüren. Ich musste auch an einigen Stellen gut schmunzeln, besonders dank Eisenbergs starker Performance. Negatives? Fiel mir beim ersten Mal gucken nicht wirklich was auf. Ich war die ganze Zeit super unterhalten und hatte keinen Moment Langeweile. Manch einer wird mich lynchen wollen oder was auch immer. Aber hier ist eine neue, persönliche Nummer 1 in Sachen Comicverfilmung. Nach 11 Jahren wurde Sin City von seinem Thron in meiner Rangliste verdrängt. Ja, DC… Du hast meine volle Aufmerksamkeit. Wie schon damals mit Marvel und Iron Man, so beginne ich jetzt, mich mehr mit den Comics von DC zu beschäftigen. Den Anfang macht Constantine Band 1 aus The new 52 aber das ist eine andere Geschichte und hat hier nichts zu suchen.

Lyncht mich, hasst mich oder haltet mich für bekloppt aber Batman v Superman: Dawn of Justice Ultimate Edition ist nicht nur ein fucking langer Titel sondern besser, als alles was Marvel bisher präsentiert hat. Damit endet meine wohl längste Filmkritik 🙂

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