Horror im Doppelpack

Heute gibt es zwei Kritiken in einem. Wieso? Naja, letzte Woche waren wir in Lights Out und heute in Don’t Breath. Beide Filme passen nicht nur wegen der Thematik super zusammen. Weitere Gemeinsamkeiten sind, dass sie wenig kosteten und viel einspielten. Sie waren somit kommerziell sehr erfolgreich und zeigen damit, dass das Genre Horrorfilm noch nicht den endgültigen Tod erlitten hat. Inhaltlich haben beide was mit Dunkelheit zu tun. Jedenfalls werde ich mit Lights Out anfangen und dann kommt Don’t Breathe. Beide werden spoilerfrei beurteilt und am Ende verglichen.

Fangen wir also mit dem eher klassischen Horrorfilm an. In Lights Out geht es um einen Dämon bzw Geist, der nur im Dunkeln auftaucht und die Familie der Protagonistin Rebecca terrorisiert. Im Laufe des Films wird aufgedeckt, wie das alles zusammen hängt und natürlich versucht Rebecca ihre Familie zu retten. Dabei steht ihr jedoch der Dämon mit Namen Diana im Weg. Viel mehr muss zur Handlung nicht gesagt werden. Sie ist aber für das Genre Horrorfilm recht originell. Teresa Palmer als Hauptdarstellerin machte ihren Job gut und ihre Rolle war nicht das typische „hübsches Mädchen rennt den halben Film halbnackt rum“ Auch die anderen Darsteller, allen voran Gabriel Bateman als ihr kleiner Bruder, überzeugen. Warum ich den Kleinen erwähne? Normalerweise sind Kinder in Horrorfilmen der reinste Horror und regen einen die meiste Zeit auf (Gut, Conjuring 1 und 2 bilden hier Ausnahmen). Leider waren die Jumpscares nicht so der Hammer. Meine Begleiter haben sich sehr gut erschrocken aber entweder bin ich langsam abgehärtet und oder… Keine Ahnung. Die Messlatte ist bei mir seit Sinister und The Conjuring einfach sehr hoch, was Jumpscares angeht. Aber der Film gibt sich gute Mühe. Das Spiel mit der Dunkelheit klappt sehr gut. Es gibt recht wenige Logiklöcher im Film und diese fallen auch nicht so sehr ins Gewicht. Das Finale ist mal zufriedenstellend nicht offen. Der Film lässt keinen Spielraum für ein Sequel. Aber ein Prequel wäre wünschenswert. Die Macher haben einige Anspielungen gemacht, die den Zuschauer neugierig machen können. Auch die Vorgeschichte zu Diana bietet genug Stoff für einen interessanten Horrorfilm. Der Erfolg sollte nach einem zweiten Teil schreiben. Ich würde es mir wünschen. Abgesehen davon, dass ich weniger gegruselt war, wurde ich trotzdem sehr gut unterhalten. Lights Out ist definitiv ein Highlight für Horrorfans.

Kommen wir zum zweiten Film, der ein von der Handlung her deutlich bodenständiger ist aber knallhart. Bei Don’t Breathe geht es um die drei Einbrecher Rocky, Money und Alex. Alle drei wollen weg aus Detroit und versuchen sich über Einbrüche das entsprechende Geld zusammen zu sammeln. Da aber alle drei ungeduldig werden, soll das große Geld kommen. Hierfür wollen sie in das Haus eines blinden Kriegsveteranen einbrechen. Dort vermuten sie um die 300000 Dollar. Gesagt, getan. Das Haus wirkt deutlich gesicherter als zuerst gedacht, doch sie schaffen es rein. Im Haus entdecken sie eine Tür, die stark gesichert ist. Doch was verbirgt sich dahinter? Der Hausbewohner bemerkt die ungeladen Gäste und es beginnt ein Katz und Maus-Spiel bis auf den Tod. Hinter diesem Film verbirgt sich ein knallharter Thriller, der man auch als Horrorfilm einordnen kann. Der blinde Mann kann besser riechen und hören. Diese Sinne nutzt er um die Einbrecher durchs ganze Haus zu jagen um Einen nach dem Anderen zu töten. Wieso er dies tut, offenbart sich erst richtig gegen Ende des Films. Don’t Breathe ist knallhart und nicht zimperlich. Weder in der Handlung noch mit dem Zuschauer. Im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Kategorie wird die Gewalt aber weniger direkt gezeigt sondern eher indirekt. Was dem Zuschauer immer etwas Phantasie lässt. In der Mitte des Films kommt es zu einem kleinen aber feinen Twist bevor es ein bißchen eklig wird. Alles in allem kann ich verstehen, dass dieser Film die US-Charts so dominiert. Sowas gab es lange nicht mehr im Kino. Man weiß den ganzen Film über nicht so richtig, wer gut und wer böse ist. Dies lässt den Zuschauer selbst entscheiden, mit wem er sich mehr verbunden fühlt. Kritische Punkte gab es keine. In ein paar Szenen hab ich mich super erschrocken. Die Jumpscares kamen hier besser rüber als bei Lights Out. Die Handlung ist jetzt nicht der Kracher und paar Fehler gibt es schon aber alles im Rahmen.

Nun der direkte Vergleich. Während Lights Out ein klassischer Horrorfilm ist, ist Don’t Breathe eher nen moderner Horrorfilm, der sich auf das „Mensch jagt andere Menschen“ bezieht. Das Thema Finsternis hat in Lights Out eine größere Bedeutung als bei Don’t Breathe aber grad die Kellerszene ist im zweiteren sehr bedrückend und angsteinflößend. Beide haben ihre Stärken. Aber in Sachen Logik haben beide auch kleine Patzer. Fällt jedoch bei keinem groß ins Gewicht, da man es dem Genre nicht übel nimmt. Im direkten Vergleich ist Don’t Breathe definitiv besser. Für mich klar der Überraschungshit des Jahres. Lights Out ist eine sehr positive Überraschung im überfüllten Horrorfilmmarkt. Hierbei setze ich noch viel Hoffnung in den kommenden Blair Witch. Damit ist mein erstes Double Feature als Kritik beendet. Wir lesen uns bald wieder 🙂

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