Assassinen in London

Lange ist der letzte Text her aber die letzten Monate waren bissel aufregend. Jedenfalls hab ich es auch geschafft, paar Spiele auf meiner Xbox One durch zu spielen. Eines davon war Assasins Creed Syndicate. Lange hab ich mich auf dieses Spiel gefreut. Der Grund ist einfach das Setting. Das London während der industriellen Revolution war einfach ein cooles Setting und kam relativ authentisch rüber. Aber eins nach dem Anderen.

Über die Story will ich nicht allzu viel verraten. Die Zwillinge Jacob und Evie Frye verschlägt es nach London. Die Motive sind jedoch doch recht unterschiedlich. Während Jacob die Stadt von den Templern befreien will, ist Evie auf der Suche nach dem Edensplitter. Ja, die Edensplitterthematik zieht sich durch alle Teile der Assassinen-Reihe. Wie in jedem Teil gibt es auch kurze Momente in der Gegenwart, diese sind aber hier nur als Zwischensequenzen und man muss sie nicht wie früher selber spielen. Ich fand dies sehr erfrischend, da mich diese Momente in Assassins Creed 2 doch sehr störten. Hier sind es gut gemachte Cutscenes, die man einfach nur genießen kann.

Das Ziel der Handlung ist es, den herrschenden Templer über London zu eliminieren. Der Antagonist Starrick  und seine rechte Hand Thorne regieren London dabei aus dem Dunklen heraus. Überall haben sie ihre Getreuen, egal ob Politik oder Kirche. Die Stadtteile werden dabei von den Blighters kontrolliert. Dies ist die Straßengang der Templer. Wir selbst gründen die Rooks und sollen die Stadtteile für uns zurück erobern. In der Story kämpfen wir uns durch die Hierarchie der Templer und entdecken mehr und mehr, wo die Templer ihre Finger drin haben. Die Story ist ganz gut geschrieben und inszeniert und hat auch ihre Höhepunkte aber die Charaktere sind eindeutig das Highlight. Jacob und Evie sind nachvollziehbar gezeichnet und besonders die kleinen Stänkereien zwischen den Charakteren sind immer wieder erfrischend. Auch spielerisch unterscheiden sich die Charaktere. Hitzkopf Jacob ist der Nahkämpfer und stürzt sich in jedes Abenteuer ohne vorher richtig nachzudenken und Evie ist viel bedachter und bevorzugt das Schleichen. Dies legt sich auch aufs Gameplay aus aber weniger als man vielleicht beim Lesen denkt. Im Fazit ist die Story okay aber durch die Charaktere, auch durch die Antagonisten, wird diese noch aufgewertet.

Kommen wir jetzt zu den weiteren Gameplaymechaniken und der Open World. Während unseres Abenteuers begegnen wir historische Gestalten wie Dickens, Darwin, Marx und auch der britischen Königin. Für die ersten drei können wir auch Nebenmissionen erledigen. Diese sind recht gut und passend gemacht aber ziehen sich meiner Meinung nach zu lang. Trotzdem ist er erfrischend, wenn man Karl Marx im Kampf gegen die Industrialisierung unterstützt. Oder für Dickens ein Spukhaus untersuchen. Wie bereits angesprochen, befreien wir die Stadtteile von den Blighters. Auch hier gibt es zwei Seiten der Medaille. Für jeden Stadtteil müssen wir bestimmte Aufträge erledigen. Diese sind aber für jeden Stadtteil gleich und bestehen aus: Kinderarbeit beenden, Templer töten, Stützpunkt der Blighters einnehmen und Verbündete der Templer entführen/töten. Die Entführung der Verbündeten ist dabei die schlimmste Aufgabe. Wieso? Weil die Steuerung der Kutschen ein Alptraum ist. Ja, am Anfang macht es Spaß aber auf die Dauer und besonders bei Verfolgungsjagden ist es einfach nur nervig und frustrierend. Am Ende kommt es zum Bandenkrieg und wir legen und mit dem Anführer des Stadtteils an. Dies wiederholt sich neunmal und dann haben wir London erobert. Es ist nicht abwechselnd aber aufgrund der Motivation von Jacob ist es wenigstens relevant für die Story. Jedenfalls gefühlt.

Kommen wir zum Kampfsystem. Typisch AC kämpfen wir gegen Templer und haben eine Taste für schlagen und eine für blocken bzw ausweichen. Wie immer greifen die Gegner nacheinander an. An den Flow der Batman-Spiele kommt es aber zu keiner Zeit ran. Auch Mordors Schatten hat ein besseres Kampfsystem als Assassins Creed. Die Hinrichtungen im Kampf sind brutal inszeniert. Fernkampf können wir jetzt auch und haben dafür die typischen Messer und auch eine Pistole am Mann. Als Waffen stehen uns Kampfmesser, Gehstock mit integrierter Klinge und Schlagring zur Verfügung. Aufgrund der Charakterlevels und den vorgegebenen Levels von Stadtteilen, werden die Kämpfe aber nie so richtig langweilig. Außer ich bin Level 6 und prügele mich mit Gegnern auf Level 3^^ Aber bei aller Liebe, auch hier versagt Syndicate im Vergleich zu anderen Spielen, wie Mordors Schatten, welches einfach nen richtigen Flow hatte, oder dem Vorzeigesystem aus der Arkham-Reihe.  Bleibe ich gleich bei der Steuerung. Diese hat nämlich so ihre Tücken. Besonders die Mehrfachbelegung kann für nervige Momente sorgen. Mein „liebster“ Nervmoment war, wenn ich von der Polizei entdeckt wurde, fliehen will aber nicht um den Kampf herum komme. Weil ich statt „Kutsche fahren“ gezwungen werde, zu kämpfen. Nein, Ubisoft..ich will entscheiden, was ich mache und nicht das Spiel! Und wie gesagt, die Kutschen steuern sich regelrecht be*******en wenn es um Verfolgungsjagden geht. Ansonsten ist die Steuerung in Ordnung und auch die fehlende Physik ist verkraftbar. Oder habt ihr schon mal gesehen, wie ein Pferd ne Laterne umgerannt hat? Tollste Errungenschaft ist der Enterhaken. Endlich keine Stürze mehr in den Tod, so wie bei Assassins Creed 2 😀 Er erleichtert die Fortbewegung sehr. Ansonsten ist die Steuerung sehr direkt und klappt sofort. Denke mal, dass auch Neueinsteiger kein Problem damit haben.

Ich hatte ja die Charakterlevel kurz erwähnt und ja, ihr levelt und habt einen Skilltree. Gibt es eigentlich noch Spiele ohne diese aufgezwungenen Skilltrees? Ja gibt es aber es sind wenige. Hier ist ein riesiger Kritikpunkt für mich. Denn wenn ich schon zwei Charaktere habe und beide unterschiedliche Spielstile bevorzugen (oder bevorzugen sollen), so kann es nicht sein, dass ich nur 4 unterschiedliche Fähigkeiten habe und das auch erst auf der letzten Stufe!!! Also wenn dann richtig und von Anfang unterschiedliche Skilltrees. Bei der Ausrüstung gibt es ja auch kleine Unterschiede. Aber ich will mich nicht beschweren. Zwei Charaktere und dann noch ein weiblicher Protagonist. Das ist nen guter Anfang. Aber mir wäre es lieber gewesen, dass Evie mehr Missionen kriegt. Ihre Storyline war einfach besser geschrieben und wusste besser zu unterhalten. Jacob seine ist auch gut aber während dieser nur einen emotionalen Moment hat, so hat Evie gleich mehrere.

Kurz vor Ende möchte ich noch auf die Open World zu sprechen kommen. London ist atmosphärisch top. Die Stadt wirkt lebendig und man hat das Gefühl, man lebt die Zeit der industriellen Revolution. Klar, ich war nicht dabei aber so stelle ich es mir vor. Die Stadtteile unterscheiden sich auch optisch und die Menschen sind entsprechend gekleidet. Nervig ist nur, dass selbst in befreiten Stadtteilen die Blighters mich angreifen. Dies legt sich erst mit dem ensprechenden Upgrade. Ansonsten war ich gerne im dreckigen London.

Auch grafisch beziehungsweise technisch gab es keine Probleme. Die Charaktermodelle waren gut designt, die Mimik der Hauptcharakter immer passend und auch die Synchro ist super, sowohl in deutsch als auch in englisch. Natürlich bestehen die Gegner und auch das Volk aus Klonen aber das Problem hat jedes Spiel. Ich hatte keine Schwierigkeiten mit Popups, Glitches oder Ähnliches.

Das absolute Highlight ist eine versteckte Mission während des ersten Weltkriegs mit Jacobs Enkeltochter. Aber dazu verrate ich nichts, mir hat sie sehr gut gefallen.

 

Im Fazit ist Syndicate nen gutes Spiel. Auf der positiven Seite stehen die Charaktere, London als Open World, abwechslungsreiche Storymissionen und eine vernünftige Story. Dem gegenüber steht fehlende Abwechslung in den Nebenmissionen, welche auch lang gezogen sind, ein langweiliges Skillsystem, unnützer Sammelwahn, sowie der in-Game-Store (ich hasse sowas) Mögt ihr die Ubisoft-Formel für Open World und wollt ein AC mit einem recht modernen Setting, so schlagt zu. Es ist definitiv eine Kaufempfehlung meinerseits 🙂

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